Germersheim
Radkontrolle: Reflektoren und Licht fehlen oft
Der Wind bläst am Mittwochnachmittag recht kräftig. Doch noch scheint die Sonne, wenn auch dunkle Wolken am Horizont zu sehen sind. Polizeikommissarin Lena Wolff und ihr Kollege Fabian Ballmann von der Polizeiinspektion Germersheim sind am Paradeplatz unterwegs und schauen, ob Radfahrer mit verkehrssicheren Fahrrädern unterwegs sind. Es ist länderübergreifender Fahrradkontrolltag.
Der Radfahrer mit seinem blauen Lastenfahrrad fährt die Fußgängerbrücke des Fachmarktzentrums hinunter und stoppt auf der Straße. Hier zieht er seine Mund-Nasen-Maske ab und radelt in Richtung Luitpoldplatz wieder los. „Guten Tag, wir führen eine Fahrradkontrolle durch“, sagt Lena Wolff aus einiger Entfernung. Der Radfahrer stoppt erneut, zieht seine Maske wieder auf, radelt los, um wenige Meter danach wieder zu halten. Mit einem Ruck werden die Füße des großen Korbs vor dem Lenker ausgeklappt, damit das Rad sicher steht. In dem Korb befinden sich mehrere Softdrink-Flaschen und weitere Einkäufe. Das Frontlicht ist seitlich an der Vorderradgabel angebracht. Auf Nachfrage von Fabian Ballmann sagt der Radfahrer, dass alles original sei, nichts verändert wurde. Mängel gibt es tatsächlich keine, alles funktioniert.
Licht zum Anstecken
Doch schon beim nächsten Radfahrer sieht das anders aus. Er fährt auf der Königstraße in Richtung Arrestgebäude. Am Paradeplatz endet für ihn seine Fahrt – vorläufig. Sofort zieht er seine Mund-Nasen-Maske auf. Fabian Ballmann fällt sofort das fehlende Vorderlicht auf. „Ich habe ein Licht zum Anstecken, aber nicht dabei, weil ich im Hellen unterwegs bin“, erklärt der junge Mann. Er hatte Kopfhörer seines Smartphones im Ohr. „Das ist verboten, weil sie den Verkehr nicht richtig hören können“, sagt die Polizistin. Neben einem fehlenden Reflektor am Hinterrad gibt es ansonsten nichts mehr zu bemängeln. Der Radfahrer wird darauf hingewiesen, dass er sein Rad verkehrstüchtig machen soll. Denn bei einer Kontrolle können auch Bußgelder fällig werden. „Das Radfahren mit Ohr- oder Kopfhörern kostet 20 Euro“, verdeutlicht Lena Wolff.
Inzwischen sind die dunklen Wolken da. Es beginnt zu regnen. Auf dem Parkplatz des Fachmarktzentrums selbst sind gleich mehrere Radfahrer unterwegs – die einen beeilen sich, um in ein Geschäft zu kommen, die anderen schließen ihre Räder auf, fahren weg. Keiner trägt einen Helm, bei vielen gibt es kein Licht am Rad. Ein Mittzwanziger wird gestoppt. An seinem Fahrrad gibt es ebenfalls kein Licht, Reflektoren fehlen und es gibt nur eine funktionierende Bremse. „Ich habe noch ein anderes Rad, das wollte ich bei Regen aber nicht nutzen“, entschuldigt er sich. Er kramt ein Licht zum Anstecken aus seinem Rucksack. Fabian Ballmann weist auf die defekte Hinterradbremse: „Wenn sie nicht bremsen können, kann es deswegen zu einem Unfall kommen.“ Der Radfahrer nickt. „Das muss repariert werden“, sagt der Polizeikommissar. Erneut wird genickt. Heute darf er weiterfahren.
