Kreis Germersheim Rüsten für den Katastrophenfall
Die Rülzheimer Feuerwehr war im vergangenen Jahr zu 68 Einsätzen unterwegs, 13 mehr als im Jahr 2014. Dies geht aus der Jahresstatistik hervor, die Wehrführer Andreas Leingang bei der Jahreshauptversammlung der Wehr im Feuerwehrhaus bekanntgab. Darunter waren 19 Hilfeleistungen, 27 Gebäudebrände, elf Objektbrände, drei Fahrzeugbrände und acht Sondereinsätze. 72 Frauen und Männer sind derzeit in der Rülzheimer Feuerwehr aktiv, 39 von ihnen sind zwischen 21 und 35 Jahren alt.
Für Einsätze und Übungen waren die Wehrleute über 3300 Stunden unterwegs. Für die anschließenden Wartungen und Prüfungen der Einsatzgeräte mussten die Gerätwarte 350 Stunden aufwenden, 150 Stunden davon für die Atemschutzgeräte und 200 Stunden für die restlichen Geräte. Die Feuerwehr Leimersheim rückte zu 21, die Hördter Wehr zu elf und die Kuhardter Wehr zu sechs Einsätzen aus. Erwähnenswert sei der Brand im eigenen Feuerwehrhaus am 2. September gewesen (wir berichteten). Unter Mithilfe benachbarter Wehren und der Werkfeuerwehr Daimler Wörth konnte der Brand rasch gelöscht werden. Dennoch entstand ein in die Hunderttausende Euro gehender Sachschaden, der aber durch die Versicherung abgedeckt ist. Auslöser des Brandes war vermutlich ein Defekt an der Photovoltaikanlage. Im April wurde die vom Landkreis finanzierte Atemschutzübungsanlage eingeweiht. Jährlich können hier die Atemschutzgeräteträger der Wehren im Landkreis ihre Belastungsübungen absolvieren. Der neue Leiter der Atemschutzgeräteträgerlehrgänge Mathias Leingang organisiert auch den Betrieb der Anlage. 20 Jahre lang war die Ausbildung der Atemschutzgeräteträger von Roland Leingang durchgeführt worden. Der stellvertretende Wehrleiter Wolfgang Sinn erläuterte die Novellierung des Landesbrand-und Katastrophenschutzgesetzes von Rheinland-Pfalz, die eine Reihe von Verbesserungen für die Wehrleute vorsehe. Es bleibe zwar bei 63 Jahren für das Ende der aktiven Feuerwehrtätigkeit. Auf Wunsch der Wehrleute und mit Zustimmung des Bürgermeisters können allerdings ältere Mitglieder für bestimmte Einsätze verpflichtet werden. Verbandsbürgermeister Matthias Schardt bedankte sich bei der Wehr für die geleistete Arbeit. Die Mannschaft sei stark, die Motivation sehr hoch, was im Landkreis Beachtung finde. Die Roten Husaren seien über die Grenzen Rülzheims hinaus ein Werbeträger für Feuerwehr und Gemeinde. Der neueste technische Stand der Ausrüstung und das neue Feuerwehrhaus seien positiv für den Gewinn neuer Wehrleute. In diesem Jahr soll eine örtliche Einsatzleitung für den Katastrophenfall mit Rülzheimer Feuerwehrleuten und Verwaltungsmitarbeitern zusammengestellt und ausgebildet werden. (rud)