Kreis Germersheim Prozess: Mias Familie bleibt geschützt

Placeholder-Image

«Kandel/Landau.» 13 Verhandlungstage sind für den Strafprozess gegen einen jungen Afghanen angesetzt, der am 27. Dezember vergangenen Jahres in einem Kandeler Drogeriemarkt seine 15-jährige Ex-Freundin erstochen hat. Als letzter Verhandlungstag sei der 29. August vorgesehen, sagt Gerichtssprecher Robert Schelp. 80 Zeugen sollen gehört werden. Das Martyrium der Angehörigen der 15-Jährigen wird länger dauern.

Die Angehörigen werde seit der Tat seelsorgerisch betreut, sagt Schelp. Er bestätigt auch, dass die Eltern als Nebenkläger auftreten und von einem Anwalt vertreten werden. Ob die Eltern beim gestrigen Prozessauftakt, bei dem unter anderem die Anklage (Mord, weil neben Eifersucht als niederem Beweggrund auch Heimtücke aus juristischer Sicht gegeben ist) verlesen wurde, persönlich dabei waren, konnte und wollte Schelp nicht bestätigen. Überhaupt seien „ganz viele Sachen im Internet gelaufen, die von der Polizei beobachtet werden“, sagt Schelp und spielt darauf an, wie die Beziehungstat von rechten und fremdenfeindlichen Gruppen instrumentalisiert wird – und auch die Familie des Opfers im Internet angegangen wurde, da man die Beziehung der Tochter zu „so einem“ überhaupt zugelassen habe (die RHEINPFALZ berichtete). Gewaltverbrechen gebe es indes in Deutschland leider häufig, ordnet Schelp ein. „In Landau gab es im vergangenen Jahr bestimmt so 15 ähnliche Fälle“, sagt Schelp – nur, dass da keine Sperren und Einlasskontrollen aus Sorge vor rechter Gewalt und Spinnern nötig waren. „Was den Prozess aus Ihrer Sicht bedeutsam macht“, sagt der Sprecher des Gerichts an rund drei Dutzend Journalisten bei der Pressekonferenz zum Prozess-Auftakt gewandt, „ist die politische Lage.“ Was die Familie des Opfers angehe, betont Schelp, dass es deren Recht sei an den Verhandlungen teilzunehmen oder dies ihrem Anwalt zu überlassen. Ebenso sei es das Recht der Familie, vor der Öffentlichkeit geschützt zu bleiben. Südwest, rheinpfalz.de

x