Kandel Pop-Akademie öffnet Schülern Tür zum Musik-Kosmos
„Macht nochmal richtig Lärm“, ruft einer der Studenten unter Beifall und Jubel der aufgeregten Schüler. Zwei Tage lang hatten die Siebtklässler der Realschule plus in Kandel gemeinsam mit der Pop-Akademie Projekte entwickelt und jetzt auch jeden Grund zu feiern.
Die Musik-Workshops sind zurück in Kandel. Schon zum dritten Mal findet das Projekt „Pop macht Schule“ in der Realschule in Kandel statt. Gleichzeitig nimmt damit auch der Musikunterricht wieder Fahrt auf: „Jetzt wollen wir den Schülern vor allem den praktischen Teil des Musikunterrichts nahe bringen“, berichtet Lehrer Peter Eck im Hinblick auf die vergangenen zwei Jahre, in denen die jetzigen Siebtklässler von der Pandemie betroffen waren. 27 Studierende der Mannheimer Pop-Akademie haben den Jugendlichen Instrumente gezeigt, mit ihnen Songs eingeübt und Musik-Videos gedreht. „Wir wollen den Kindern die Tür zum Musik-Kosmos öffnen“, berichtet Axel Schwarz, Professor an der Pop-Akademie. Mit Projekten fünf weiterer Schulen findet am 13. Mai das Abschlusskonzert in der Ludwigshafener BASF statt, in diesem Jahr wieder mit Kandeler Beteiligung.
„Schauen Sie mal, wir haben ein Video gedreht!“, ruft einer der Schüler seinem Musiklehrer Peter Eck zu. Der sogenannte „Manage the Band Workshop“ beschäftigt sich mit der Vermarktung und Online-Präsenz einer Band. Der Fokus liege hierbei auf dem Filmen von kurzen Videos und dem Umgang mit dem Computer, erklärt Max Grund, Student der Mannheimer Pop-Akademie.
Stoffbahnen für den guten Klang
Nicht nur für die Schüler wird an den zwei Projekttagen viel geboten, auch die Studenten sammeln neue Erfahrungen. Das sogenannte „Band Training“ gehört zu den Pflichtaufgaben im Studium. An den Schulen erleben sie Coaching-Situationen, die sie im späteren Musikerleben andauernd meistern müssen. Damit sie die komplizierte Theorie möglichst einfach an die Schüler vermitteln können, werden die Studierenden im Vorfeld auf dieses Projekt vorbereitet, erklärt Student Jonas Schmitt. „Es ist schön zu sehen, dass die Schüler auch nach den Projekttagen weiterhin ein Instrument lernen wollen“, erzählt Schmitt weiter. Er selbst begleitet den sogenannten „Beginner-Band-Workshop“. Das Ziel: mit musikalischen Neueinsteigern den Song „Schiebedach“ von Alexa Feser und Esther Graf erarbeiten und aufführen.
Was sie in den zwei Tagen gelernt haben, präsentieren die Schüler in der umfunktionierten Sporthalle. Neben Lehrern und Studenten nehmen auch Schüler der fünften Klassen auf den grauen Stoffbahnen, die für einen besseren Klang in der Halle sorgen, Platz. Unter den gut gelaunten Schülern tummeln sich die Studenten mit allerlei Kabeln und Instrumenten, um der Bühne den letzten Schliff zu verpassen und alles für den großen Auftritt vorzubereiten.
Lampenfieber zum Ende hin
„Ich würde auch in Zukunft gerne wieder singen“, erzählt Anna Maria aufgeregt. Die Schülerin war Teil des Band-Workshops, der den Song „Keine Millionen“ von Zavet erarbeitete. Die Vorfreude auf den Auftritt mit ihren Mitschülern ist ihr anzumerken.
Die Spannung steigt. Nach einigen letzten Handgriffen ergreift Schulleiterin Cornelia Geiser das Wort und bedankt sich bei Professor Schwarz und seinen Studenten für die vergangenen zwei Tage und bei Musiklehrer Peter Eck, durch dessen Initiative das Projekt „Pop macht Schule“ erneut an der Realschule in Kandel stattfand. Mit den Worten „Mit Musik können wir nicht die Welt retten, aber unsere Seele“ überlässt die Rektorin ihren Schülerinnen und Schülern die Bühne. Nach und nach tragen die Workshops ihre Projekte vor. Die Zuschauer sind begeistert und klatschen zur Musik. Pop hat auch in diesem Jahr wieder Schule gemacht.