Germersheim Polizei kontrolliert auf Brücke: Nicht alle sind entspannt
Trotz der einbrechenden Dunkelheit, über dem Pfälzerwald ist gerade noch ein schmaler heller Lichtstreifen zu sehen, ist die Rudolf-von-Habsburg-Brücke (B35) in helles Licht getaucht. Blaulichter mehrerer Polizeiautos blitzen auf. Doch hier ist kein Unfall passiert, es ist ein Kontrolltag der Polizeiinspektionen Philippsburg und Germersheim. Nicht jeder bringt dafür Verständnis auf.
Schnell gibt es Stau
Die Straßenmeisterei Speyer des Landesbetriebs Mobilität (LBM) sorgt vor und auf der Brücke für eine geordnete Verschwenkung des Verkehrs. Schnell bildet sich auf baden-württembergischer Seite ein kleiner Stau, weil die in Richtung Rheinland-Pfalz führende Fahrspur einspurig wird. Polizisten der Philippsburger Dienststelle schauen in jedes Auto hinein – manche dürfen weiterfahren, andere werden zu einem Standstreifen geleitet. Dort warten immer wieder Zweierteams von Polizisten, die die Fahrzeuge kontrollieren.
Gewehr auf Rücksitz
„Schusswaffe“, heißt es plötzlich. Ein Polizist zeigt auf ein Auto mit Kennzeichen aus der Westpfalz. Der Fahrer bleibt sitzen, während ein Polizist am Fenster freundlich ein „Guten Abend, allgemeine Fahrzeugkontrolle, Führerschein, Fahrzeugpapiere und den Ausweis bitte“ sagt. Ebenso entspannt wird alles ausgehändigt, während die sichernde Kollegin mit einer Taschenlampe ins Fahrzeug leuchtet, die Hand an der Waffe. Denn auf dem Rücksitz sieht man unter einer Jacke den haselnussbraunen Kolben eines Gewehrs herausschauen. Der Fahrer versichert, dass er Sportschütze ist und vom Schießen kommt. Im Kofferraum sei eine weitere Waffe. Er wird gebeten auszusteigen und den Kofferraum zu öffnen. Dort liegt ein handlicher Plastikkoffer mit Zahlenschloss. Der Fahrer gibt die Kombination ein und tritt zurück. Der Polizist aus Philippsburg öffnet den Koffer. Darin liegt eine Sportpistole mit einem mehrfarbigen Griff. Die Kontrolle läuft entspannt ab. Der Fahrer sagt, dass er das Gewehr auf dem Rücksitz, einen Vorderlader, bei seinem Vater abgeholt habe und nun direkt nach Hause fahre. In der Büchse ist weder Pulver noch ein Zündhütchen oder eine Kugel – also nicht schussfähig. Dennoch hätte sie wohl verschlossen transportiert werden müssen. Es droht ein Ordnungsgeld.
195 Fahrzeuge kontrolliert
Insgesamt wurden bei der Kontrolle von 18 bis 22 Uhr am Mittwochabend 211 Personen und 195 Fahrzeuge kontrolliert. Dabei ging es um die Bekämpfung der Hauptunfallursachen Alkohol und Drogen im Straßenverkehr, von Fahrzeugen, an denen technische Veränderungen vorgenommen wurden sowie um die Bekämpfung der Eigentumskriminalität und des Wohnungseinbruchdiebstahls. Im Einsatz „sind 21 Polizisten aus Germersheim und Philippsburg sowie drei Mitarbeitende der Bußgeldstelle in Speyer“, sagt Einsatzleiter Denny Bilic-Pavlinovic. Seit vielen Jahren werden diese Kontrollen von Germersheim und Philippsburg gemeinsam organisiert. Diesmal von Germersheim. Vier Autofahrer standen an dem Abend unter dem Einfluss von Cannabis, weshalb ihnen eine Blutprobe entnommen und ein entsprechendes Verfahren eingeleitet wurde. Vier weitere Autofahrer verfügten über keine entsprechende Fahrerlaubnis, unter anderem, weil sie ihren nationalen Führerschein nicht haben umschreiben lassen – wie beispielsweise zwei Fahrer aus Moldawien und Litauen. Zudem waren acht Personen nicht angeschnallt . Auch mussten Fahrer wegen der mangelnden Sicherung von drei Kindern geahndet werden.
Autoinsasse ist ungehalten
Neben dem Ordnungsgeld wegen der mangelhaften Sicherung eines Gewehrs im Auto gab es einen weiteren Verstoß gegen das Waffengesetz. Einer der beiden Fahrzeuginsassen war hingegen nicht so entspannt wie der Schütze mit dem Vorderlader. Erst standen Vater und Sohn wie viele andere Autofahrer im Stau, bis auch sie kontrolliert wurden. Da sich der ältere der beiden Autoinsassen etwas ungehalten zeigte und nicht vom Kofferraum zurücktreten wollte, erst nach energischer Ansprache eines Polizisten, dauerte die Routinekontrolle etwas länger. Der Sohn zeigte Papiere und Waffen vor, dabei war eine der Taschen nicht mit einem Schloss gesichert. Das wird ein Ordnungsgeld zur Folge haben. Der Grund, warum der Mann sich so ungehalten über die Verzögerung durch den Stau und die Kontrolle zeigte, war, dass er essen gehen wollte, so die Polizei auf Nachfrage.