Jockgrim Politiker und Naturwissenschaftler: Siegfried Schloß verstorben
Siegfried Schloß gehörte ab 1974 als Mitglied der CDU dem Rat der Verbandsgemeinde (VG) und der Ortsgemeinde an. Auch im Kreistag meldete er sich zu Wort, ab 1989 als umweltpolitischer Sprecher der CDU.
Als Richard Werling, sein Amtsvorgänger auf dem Stuhl des Rathaus-Chefs in der VG, in den Ruhestand ging, wurde Siegfried Schloß mit 42 Jahren durch den Verbandsgemeinderat in sein Amt gewählt. Er war damit der letzte Bürgermeister, der auf diese Weise gewählt wurde. Seine Amtszeit dauerte zehn Jahre. An deren Ende, bei den ersten Direktwahlen in dieses Amt im Jahr 2002, trat Schloß nicht mehr an. Er hegte jedoch Pläne, sich auf einer anderen Ebene politisch einzubringen, was sich aber nicht realisieren ließ.
Als Wissenschaftler Pollen analysiert
Darum kehrte der promovierte Naturwissenschaftler in sein früheres Berufsfeld zurück, aufbauend auf seinem Studium. Der Jockgrimer hatte nach dem Abitur an der Universität Karlsruhe Biologie und Geografie studiert und zum Thema „Pollenanalytische und stratigraphische Untersuchungen im Sewensee (Südvogesen)“ seine Doktorarbeit geschrieben. Danach war er in der Naturschutzverwaltung des Landes Baden-Württemberg tätig, als Referatsleiter beim Landesamt Naturschutz in Karlsruhe.
Nach dem Ende seiner kommunalpolitischen Laufbahn begann Schloß ab 2002 als ehrenamtlicher Mitarbeiter beim Naturkundemuseum in Karlsruhe. Er widmete sich erneut der Pollenanalyse von Schichten früherer Erdzeitalter und gab sein Wissen über das Leben rund um seinen Heimatort im Paläolithikum gern in vielbesuchten Vorträgen weiter.
Sportlich war Schloß als früherer Turner eng der TSG Jockgrim verbunden, gehörte lange dem Vorstand an und engagierte sich auch als Funktionsträger beim Turngau Speyer. Freunde der Jockgrimer Fasenacht kannten ihn als versierten Verfasser von geistreich-spritzigen Büttenreden und Dialogen.
Er hinterlässt seine Ehefrau, zwei erwachsene Kinder und Enkelkinder.