KANDEL
Pläne für 60 Wohnungen in Kandeler Innenstadt
Nun gibt es konkrete Pläne für das ehrgeizige Projekt auf einem wirklichen „Filet-Stück“ im Herzen der Stadt. Es gehört derzeit (noch) einer Erbengemeinschaft des verstorbenen Kandeler Unternehmers Hubertus Just, dessen Vorfahren eine Geschäftsbücherfabrik in Kandel betrieben hatten. Öffentlich vorgestellt wurde das Konzept am Donnerstag bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Klima- und Umweltschutz der Stadt Kandel. Nach den Ausführungen von Dominik Machmeier, Geschäftsführer der „INWO-Bau“, sind hier etwa 60 Wohneinheiten geplant.
Barrierefrei und mit Tiefgarage
Für das seniorengerechte und betreute Wohnen sieht man 20 Wohnungen vor, 40 sollen für „familienfreundliches Wohnen“ reserviert werden. Sie verteilen sich auf mehrere Gebäude, die jeweils zweigeschossig mit einem Staffelgeschoss errichtet werden sollen. Jedes Objekt wird maximal fünf Wohneinheiten erhalten, so Machmeier. Vorgesehen ist eine Tiefgarage mit zwei Zufahrten, damit auf dem Gelände kein Autoverkehr stattfindet. Alle Wohnungen werden über diese Tiefgarage mit Aufzügen zu erreichen und damit barrierefrei sein. Geplant ist natürlich auch ein Fahrradstellplatz. Gedacht ist an Miet- und Eigentumswohnungen, nähere Angaben hierzu können zu diesem Zeitpunkt der Planung noch nicht gemacht werden, so Dominik Machmeier.
Für das Projekt spreche die zentrale und naturnahe Lage mitten im Herzen der Stadt mit vielen Grünanlagen. Zur Beheizung möchte man ein Blockheizkraftwerk mit Wärmepumpen betreiben, außerdem Photovoltaik-Anlagen errichten. Die Pultdächer sollen alle begrünt werden. Außerdem bleibe die „Villa“ an der Marktstraße 53 erhalten und werde in das Projekt mit eingebunden. Die Machmeier-Gruppe (INWO-Bau) möchte das mehr als 7000 Quadratmeter große Gelände erwerben und hat bereits einen notariellen Vorvertrag unterschrieben.
Stadt muss sich für Projekt aussprechen
Voraussetzung für den endgültigen Kauf ist aber die Bereitschaft der Stadt Kandel, das Projekt zu ermöglichen und die planerischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Immerhin, so Vorstandsmitglied Achim Seiler von der Sparkasse Südpfalz, handele es sich hier um ein ganz besonderes Vorhaben. Die Stadt könne hier Raum auch für generationen-übergreifendes Wohnen mitten in der Stadt schaffen. Dominik Machmeier hatte nach der Präsentation viele Fragen der Ausschussmitglieder zu beantworten. So äußerte Ursula Schmitt-Wagner (Grüne) Bedenken gegen eine ihrer Meinung nach „zu massive Bebauung“ in diesem Gebiet, Armin Jäger-Hott (SPD) mochte sich dem Vorhaben nicht verschließen, hofft aber, dass auch so gebaut wie, wie man es zuvor vorgestellt bekommt.
Umstritten ist die Zufahrt zur Tiefgarage über die Scheffelstraße, weil es hier zu eng zugehe. Gefragt wurde nach den Arbeitsverhältnissen der Bauarbeiter, worauf Dominik Machmeier ankündigte, man werde Handwerksbetriebe aus der Region als Subunternehmer gewinnen, nicht selbst bauen. Auf den vorhandenen Baumbestand wird weitgehend Rücksicht genommen, so Machmeier. Damit die alte Eiche in der Mitte des Grundstückes erhalten werden kann, wird auf den Bau eines weiteren Wohnhauses verzichtet.
Bürgerbeteiligung geplant
Wegen der vielen Fragen rund um das Großprojekt wird es eine Bürgerbeteiligung geben. Allerdings mache diese erst Sinn, so Machmeier, wenn man zusammen mit der Stadt Kandel in ein Verfahren eingetreten sei. Dieser Beschluss muss im Stadtrat noch erfolgen. Allerdings würde es die Machmeier-Gruppe begrüßen, wenn ein „Gestaltungsbeirat“ mit Vertretern der Stadt hinzugezogen werden könnte. Und auf die Frage, wer das alles bezahlen solle, gab es eine klare Antwort: „Natürlich wir, die INWO-Bau.“ Verkauft werden sollen die Wohnungen in erster Linie an Bürger aus Kandel, auch an die Verkäufer des Grundstückes, wie aus der Präsentation von INWO-Bau hervorgeht. Dabei können auch soziale Belange berücksichtigt werden, war zu hören.