Kreis Germersheim Pilz macht Eschen den Garaus

Nach Baden-Württemberg nun die Südpfalz. Der schädliche Pilz macht sich vor allem im südlichen Teil des Kreises Germersheim beme
Nach Baden-Württemberg nun die Südpfalz. Der schädliche Pilz macht sich vor allem im südlichen Teil des Kreises Germersheim bemerkbar und in den Rheinauen. Laut Forstamt liegt der Anteil Eschen im Rheinauenwald bei 25 bis 30 Prozent, wovon gut 95 Prozent befallen sind.

Kreis Germersheim: Eschen sterben, weil das Falsche Weiße Stengelbecherchen, ein kleiner weißer Schlauchpilz, die Blätter der Bäume befällt. Wegen des vermutlich aus Asien eingeschleppten Schädlings müssen Bäume gefällt werden. Noch sind die Preise in Ordnung.

Ein kleiner weißer Schlauchpilz mit Namen „Falsches Weißes Stengelbecherchen“ (Chalara fraxinea) macht bereits seit einiger Zeit dem Wald und dort namentlich den Eschen (Fraxinus excelsior) zu schaffen. Nach Baden-Württemberg hat sich der Pilz nun auch in der Südpfalz ausgebreitet. Es muss etwas gegen das Eschesterben getan werden. In Winden sind die Eschen in einem noch recht jungen Waldstück von etwa drei Hektar betroffen. „Sehen Sie selbst!“, sagt Ortsbürgermeister Peter Beutel und zeigt auf die etwa 25 bis 30 Jahre alten und schon völlig kahlen Bäumchen. Nach Baumzeit gerechnet befinden sich die Bäume erst in der Pubertät. „Die könnten noch sehr lange weiter wachsen“, bedauert Beutel. Je nach Standort und Bedingungen kann so eine Esche gut 120 Jahre alt werden. Viele Bäumchen im Wald östlich des Radweges nach Steinweiler sind bereits ganz abgestorben, ander zeigen deutliche Krankheitsbilder. Auch aus Sicherheitsgründen müssen diese Bäume geschlagen werden. „Wir wollen aber nur so viel einschlagen wie Bedarf an Brennholz von den Windener Bürgern da ist“, sagt Beutel. Und Escheholz sei ein sehr gutes Brennholz, weiß Astrid Berens, Leiterin des Forstamtes Bienwald. Die Kosten für die Spezialfirma zum Fällen können so aber nicht gedeckt werden. „Wir können nur versuchen den wirtschaftlichen Schaden zu begrenzen. Aber wir können auch keine Privatleute da rein lassen. Das ist einfach zu gefährlich“, so Beutel. Im August hatten sich die Forstämter Bienwald (Kandel), Pfälzer Rheinauen (Bellheim) und Haardt (Landau) zusammengesetzt, um über Strategien, technische Fragen, Vermarktung, Verjüngung, Verkehrssicherung und vieles mehr rund ums Thema „Eschensterben“ zu beraten, berichtet Astrid Berens. „Vom Eschensterben betroffen sind vor allem Bestände in Winden, Freckenfeld, Kandel und Steinweiler, teilweise auch Hatzenbühl und Rheinzabern“, sagt Berens. Im Pfälzer Wald stünden weniger Eschen und daher sei dort das Problem nicht so akut. Dramatisch sei die Lage im Rheinauenwald, der zu 25 bis 30 Prozent aus Eschen bestehe. Von diesen sind gut 95 Prozent in unterschiedlichen Befallsstadien betroffen, sagt Monika Bub, Leiterin des Forstamts Pfälzer Rheinauen. Große Sorgen bereiten ihr die Eschen, die entlang viel genutzter Wege stehen. „Manche Eschen haben eine grüne Krone, aber die Wurzel ist befallen. Die fallen spontan und ohne Vorwarnung um“. Man versuche nun, mit der Situation umzugehen und das Beste daraus zu machen, denn eindämmen könne man den Pilzbefall nicht. Da sich die Pilzsporen auf den Blättern der Eschen befänden, würden sie vom Wind in alle Richtungen getragen. „Wir können ja nicht mit einem Riesenstaubsauger durch den Wald“, so Berens. Manche Eschen zeigen sich resistent gegen den vermutlich aus Asien eingeschleppten Schädling. Durch Verjüngungsmaßnahmen möglichst vor Ort sollen diese Bäume gefördert werden. Anderen droht der Einschlag. Bei der Aufforstung sollte man möglichst auf junge, nachwachsende Bäume aus den Beständen setzen, rät Berens. Bäume aus Baumschulen seien schwerer zu verpflanzen und außerdem teuer in der Anschaffung. „Vor allem dickere Stämme werden derzeit eingeschlagen und können noch ganz gut verkauft werden – hauptsächlich nach Vietnam“, erklärt die Fachfrau eine der Strategien, mit der zumindest ein Teil der wirtschaftlichen Erträge in der Region gehalten werden soll. Aber sie weiß auch, dass das Angebot wächst und der Preis damit bekanntlich sinken wird.

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