Kreis Germersheim Passt, wackelt und hat Luft

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WÖRTH. Mit Tatütata durch die Stadt rasen, die Drehleiter hoch klettern und die Südpfalz von oben sehen – ein Traum für jedes Menschenkind! Aber auch ein junger Biber wie Nils Nager träumt davon. Der tierische RHEINPFALZ-Reporter hat für einen Tag die Feuerwehr besucht und berichtet von seinen Erlebnissen.

„Mit Tatütata – richtig heißt es Blaulicht und Martinshorn – dürfen wir nicht aus Spaß, sondern nur bei Gefahr im Verzug zum Einsatz fahren“, erklärt Werner Wöschler, der neue Wehrführer der freiwilligen Feuerwehr Wörth. Also nur, wenn es brennt? Nicht nur, sondern auch bei einem schweren Verkehrsunfall, wenn auf dem Rhein ein Tanker auf Grund gelaufen ist, ein Laster seine Ladung verliert, ein Heizöltank ausläuft, Sanitätern oder der Polizei eine Haustür geöffnet werden muss, Verletzte oder Kranke getragen werden müssen. Manchmal ist auch „falscher Alarm“: Wenn zum Beispiel im Industriegebiet eine Brandmeldeanlage aus Versehen ausgelöst wird. Zugführer Roland Kraus zeigt mir die Drehleiter. Dreißig Meter kann ein Feuerwehrmann auf ihr bis in die oberen Stockwerke klettern. Noch leichter geht es mit dem Korb hoch. „Halt!“, schreit der Wehrführer, als ich auf der ersten Sprosse stehe. Kapiert der nicht, dass ich unbedingt zur Feuerwehr will? Vor der Karriere als Feuerwehrmann, Gruppenführer, Hauptlöschmeister, Bootsführer und wie die ganzen Dienstgrade heißen, kommt jedoch die Ausbildung. Die Brandmeister Michael Simon und Steffen Reidt haben die Mädchen und Jungs der Jugendfeuerwehr unter ihrer Obhut. Da kann es schon mit zwölf Jahren losgehen. In Schaidt gibt es sogar eine Bambiniwehr. Mit 16 Jahren werden die Jugendlichen in die aktive Wehr übernommen. Stolz darauf sind die Feuerwehrfrau-Anwärterinnen Franziska Fuhrmann und Vanessa Fried sowie Feuerwehrmann-Anwärter Vincent Virgulto. Sie sind bei der Übung voll dabei, dürfen aber während ihrer Grundausbildung nur „hinter dem Gefahrenbereich“ tätig sein. Erst wenn sie volljährig sind, können sie Atemschutz anlegen und das Feuer bekämpfen. Die jungen Wehrleute besuchen Truppmann-, Funk-, Gefahrstoff- oder Maschinisten-Lehrgänge im Landkreis sowie Zusatzausbildungen in der Landesfeuerwehrschule in Koblenz. Auf dem Rhein habe ich auch schon ein „Mehrzweckboot“ mit Bootsführer und Mannschaft gesehen. Bevor mich der Wehrführer verabschiedet, setzt er mir einen gelben Helm auf. „Sitzt, passt, wackelt und hat Luft“, scherzt er. Naja, Biber mögen sich schwer tun in der Feuerwehr. Aber Menschenkinder sind dort willkommen: gerne als neugierige Zuschauer bei den Übungen jeden Montag um 18 Uhr am Feuerwehrhaus. Dort feiert die Jugendfeuerwehr übrigens am 13. und 14. Juni mit einem großen Feuerwehrfest ihr 50-jähriges Bestehen. Da muss ich hin! (wi)

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