Kreis Germersheim Passagierschiff unter Quarantäne
GERMERSHEIM: 37 der 92 Personen an Bord des niederländischen Hotelschiffs „Prinses Christina“ sind an einem Brech-Durchfall erkrankt. Womöglich ist ein Norovirus die Ursache. Das Gesundheitsamt ist auf der Suche nach der Ursache. Das Schiff war in Köln gestartet. Nächster Hafen sollte Straßburg sein.
„Möglicherweise ist ein Passagier mit einer Infektion in Köln an Bord des Schiffes gegangen und hat weitere Passagiere angesteckt“, so lautete gestern Morgen die erste Vermutung der Einsatzkräfte vor Ort, was auf dem Hotelschiff passiert sein könnte. Das 1970 vom Stapel gelaufene Schiff mit seinen drei Decks und 54 Kabinen liegt fest vertäut am Germersheimer Rheinsteiger an der Eisenbahnbrücke. Die Fahrt nach Straßburg endet hier. Über die Gangway sieht man Personen in gelben Schutzanzügen in das Schiff gehen. Nur die Hilfskräfte und das Personal des Gesundheitsamtes dürfen die „Prinses Christina“ betreten. Das Schiff liegt unter Quarantäne. „Wir wissen, dass das Schiff von Köln über Mannheim nach Germersheim gefahren ist“, sagt der Organisationsleiter der Sondereinsatzgruppe (SEG) des Landkreises, Hans-Joachim Stöckle. Um 17.15 Uhr am frühen Dienstagabend hat es laut Wasserschutzpolizei in Germersheim festgemacht. „37 der 92 Personen an Bord klagen momentan über Übelkeit, Durchfall und Erbrechen“, sagt Stöckle weiter. Wieso sei bislang unklar, das Gesundheitsamt habe mit den Untersuchungen begonnen, nehme Proben. Ein Passagier ist am Dienstagabend wegen der Infektionsfolgen gestürzt und in eine Klinik eingeliefert worden – mit Verdacht auf Noroviren. Ralph Lehr von der Kreisverwaltung sagte, dass man von einem Norovirus ausgeht, doch die Bestätigung dauere einige Zeit. „Das Wichtigste ist, dass die Passagiere und Besatzung versorgt sind“, so Lehr weiter. Bis Freitag sollen Erkrankte an Bord bleiben, die Gesunden, meist englische Passagiere, „werden mit Bussen abgeholt“. Sie sollen in ihre Heimat gebracht werden. Notärzte und Rettungswagen, die mit Blaulicht am frühen Mittwochmorgen an den Rhein gefahren sind, wurden kurze Zeit später wieder abgezogen. Insgesamt waren zwischenzeitlich acht Fahrzeuge des Rettungsdienstes, drei Notärzte, 35 Mitarbeiter der SEG und vier Beamte der Wasserschutzpolizei im Einsatz. Letztere hatten auch immer wieder zu tun, neugierige Radfahrer oder Fußgänger von der Einsatzstelle fernzuhalten. Organisiert werden musste für Passagiere und Besatzung am Vormittag auch die Versorgung mit Trinkwasser. Ende Mai vergangenen Jahres war es auf der „Prinses Christina“ in Boppard zu einem ähnlichen Vorfall gekommen. Mehrere Personen waren an einer leichten Form des Norovirus erkrankt. Einen Tag später wurde die Fahrt fortgesetzt. In Germersheim wird das nicht der Fall sein. Die Wege am Rhein sind rund um das Schiff abgesperrt, das DRK hat seine Zelte aufgeschlagen und bleibt die nächsten Tage vor Ort.