Wörth RHEINPFALZ Plus Artikel Palm baut Papierfabrik weiter aus

Der Ausbau der Papierfabrik schreitet weiter voran.
Der Ausbau der Papierfabrik schreitet weiter voran.

Die Verpackungsbranche boomt. Deshalb soll die Papierfabrik Palm wachsen. Abermals wird eine zweistellige Millionensumme investiert. Die Erneuerung der Kraftwerkskapazitäten auf dem Firmengelände steht derweil vor dem Abschluss. Dabei gibt es allerdings auch eine deutliche Verzögerung.

„Der Verpackungsmarkt ist extrem gewachsen durch Corona“, sagt Wolfgang Palm, geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens. Es habe Zuwächse von über 8 Prozent gegeben – eine durchaus historische Dimension. „Mein Vater hatte sich während in den Wirtschaftswunderjahren über Zuwächse von 5, 6 Prozent gefreut“, erzählt Palm: „Wir waren uns einig, so etwas kommt nie wieder.“

Jetzt kommt es sogar noch besser und im Wellpappenzentrum reichen die Lagerkapazitäten nicht mehr – eine Entwicklung, die sich schon vor Corona abzeichnete. Weshalb auf dem Gelände der Papierfabrik gleich zwei vollautomatische Hochregal-Lager gebaut werden sollen:

Das erste Hochregal-Lager dient der Erweiterung der derzeit nicht ausreichenden Lagerkapazitäten im Versandbereich, der komplett neu gebaut werden soll, um die Abläufe verbessern zu können. Dieses Lager steht im Südwesten des Werksgeländes.Das zweite Hochregal-Lager soll Zwischenformate (Halbfertigprodukte) aufnehmen und helfen, die Produktionskapazität und -flexibilität zu erhöhen. Es steht im Norden des Werksgeländes.

Produktionshalle wird später erweitert

In der entsprechenden Änderung des Bebauungsplans ebenfalls vorgesehen ist eine Erweiterung der Produktionshalle des Verpackungswerks. Damit soll die Möglichkeit geschaffen werden, neue Verarbeitungsmaschinen aufzustellen. „Hier wird aber in den nächsten 5 Jahren nicht gebaut“, sagt Palm. Dieses Projekt wurde lediglich mit aufgenommen, um nicht in wenigen Jahren wieder den Bebauungsplan ändern zu müssen.

Unterdessen schreitet der Ausbau des Kraftwerks (Kosten: rund 100 Millionen Euro) voran – allerdings etwas langsamer als geplant. Ursprünglich sollte die Anlage im dritten Quartal 2021 bei Bedarf Strom ins Netz abgeben können. Im Vergleich zur bisherigen Anlage kann sie 30 Prozent mehr Strom erzeugen – bei deutlich reduziertem CO2-Ausstoß .

Neuer Kessel geht bald in Betrieb

Der erste Teil der Kraftwerkserweiterung, der zweite Wirbelschichtkessel geht jetzt im November/Dezember in Betrieb, so Palm. In ihm werden Reststoffe verbrannt, die nach der maschinellen Sortierung des Altpapiers übrig bleiben: vor allem Kunststoffe wie Styropor und Folien. Der neue Kessel kommt komplett ohne fossile Energieträger aus. Im alten muss das Feuer noch durch Erdgas in Gang gehalten werden. Produziert wird in den Kesseln Dampf, der für den Betrieb der Papiermaschine gebraucht wird.

Länger dauert es, bis die neue Gasturbine in Betrieb gehen kann. Das wird erst im Sommer der Fall, schätzt Palm. Die Gasturbine ist eine Neuentwicklung von Siemens. „Wir haben die Nummer 1, 2 und 3 gekauft“, sagt Palm: „Wörth ist die Nummer 2.“ Siemens habe eine Verzögerung von 4 Monaten mitgeteilt – bei der Markteinführung einer Neuentwicklung nichts Ungewöhnliches.

Gasturbine ist systemrelevant

Aber für den Einbau der Turbine muss das Kraftwerk abgeschaltet werden – und das erlaubt die Bundesnetzagentur nicht, so Palm: „Das Kraftwerk ist systemrelevant, unterliegt der Aufsicht der Bundesnetzagentur und darf im Winter nicht geplant abgestellt werden.“ Weshalb es wahrscheinlich Sommer wird, bis die neue Turbine in Betrieb gehen kann.

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