Germersheim Paddeltour auf dem Altrhein: Schwäne, Eisvogel und klares Wasser – Bildergalerie
Das Interesse an der RHEINPFALZ-Sommertour war groß. Über 60 Leserinnen und Leser wollten gerne an der Paddeltour auf dem Altrhein teilnehmen – 15 davon hatten Glück beim Losverfahren. Und obwohl man noch gar nichts gemacht hat, schwitzt man am Mittwochabend – das Thermometer zeigt auch um 17 Uhr noch über 30 Grad an. Entsprechend kurz fällt die Begrüßung durch die Vorsitzende der Kanusportgemeinschaft Germersheim (KSG), Michaela Kastl-Bastian, aus.
Drei wählen den Einer
Doch bevor es losgeht, gibt es noch eine kleine Einweisung von Uwe Rößler in die Boote, Schwimmwesten und die Paddel – Stechpaddel und Doppelpaddel. Er ist einer der vielen Mitglieder der KSG, die bei der Sommertour mithelfen. Drei der Teilnehmer entscheiden sich sogleich, ein Einer-Kajak zu fahren. Während sie in ihre Boote steigen, die Fußstützen auf die richtige Länge eingestellt werden, gehen andere zu den Zweier-Kajaks, Dreier-Kanadiern und dem Siebener-Kanadier. Überall gibt es helfende Hände, damit die richtige Schwimmweste gefunden und angelegt wird und die Boote für die Fahrt fertig sind. Die Zweier-Kajaks sind die ersten, die sich aufs Wasser wagen und lospaddeln. In der Nähe sind immer einige KSG-Kajaks, besetzt mit Helfern, falls Hilfe notwendig werden sollte. Der Siebener-Kanadier legt als letzter ab und kämpft sich wie ein Dampfer neben den eleganteren kleineren Booten durch das Wasser des Altrheins.
Konzentriertes Paddeln
Zu Beginn ist es ganz still im Boot, alle konzentrierten sich auf ihre Paddel, diese richtig ins Wasser einzustechen und zurückzudrücken. Nicht einfach, aber machbar. Irgendwann ist es geschafft, der Rhythmus stimmt. Uwe Rößler als Steuermann am Ende des langen Kanadiers sorgt dafür, dass das Boot Kurs hält. Auch wenn der Einer von RHEINPFALZ-Leserin Petra Berninger einmal etwas unsanft abgedrängt wird. Mit jedem Paddelschlag gewinnen die Boote an Geschwindigkeit. Ein leichter Fahrtwind sorgt für minimale Kühlung. Es ist so ruhig. Nur das Gurgeln des Wassers beim Einstechen der Paddel ist zu hören.
Rastplatz für Touristen
„Wir waren schon mal mit einem Boot auf der Spree unterwegs“, erzählt Katharina Hinkel, die mit ihrer Tochter im großen Kanadier sitzt. Das sei auch schön gewesen. Vor allem praktisch fand sie dort, dass es „Rastplätze“ mit einer Wiese zum Übernachten in Zelten am Wasser gibt und einer Dixie-Toilette. Für Touristen toll. Vielleicht auch eine Idee für den Landkreis, der verstärkt – wie das Land auch – auf Tourismus setzen möchte. Auch Anika Hill und ihr Mann waren bereits mit einem Boot unterwegs, allerdings liegt das schon Jahre zurück. Sie fragen den Steuermann, was er denn von aufblasbaren Booten hält. Uwe Rößler sieht da keine Bedenken, vor allem, da es inzwischen ja auch viele Stand-up-Paddle gibt, die mit viel Luftdruck gefüllt sind. „Für so 1200 Euro bekommt man schon etwas Ordentliches“, sagt der langjährige Kanute. Anika und ihr Ehemann lachen und erzählen, dass sie ein Boot hatten, das deutlich günstiger war und wohl deshalb auch immer Luft verlor.
Viele Schwäne im Wasser
Inzwischen liegen zwischen den einzelnen Booten aufgrund unterschiedlich gefahrener Geschwindigkeiten doch Entfernungen. Aber alle sehen sie am Rand die vielen weißen Schwäne, die die Bootskarawane beäugen – weit über 50 sind es bestimmt. Kein Schwan fühlt sich bedroht, und plustert sich auf. Hinzu kommen noch viele andere Wasservögel wie Nil- und Graugänse sowie heimische Enten. Auch ein Eisvogel quert sein Revier und verschwindet im Gebüsch des nahen Ufers. Das ist gesäumt mit Pappeln und ganz vielen Weiden. Viele Angelkähne liegen am Ufer, so mancher scheint seit Jahren nicht mehr benutzt zu werden. Als alle wieder aufgeschlossen haben, geht es weiter. Ab und an kommen andere Kanuten der Gruppe entgegen – es wird freundlich gegrüßt, mit manchen werden einige Worte gewechselt. Die Wassersportler aus der Region kennen sich.
Früher waren da „Nackische“
Immer wieder sieht man kleine Fische durch das klare Wasser schwimmen. Der Boden des Altrheinarms ist bewachsen mit ganz viel Gras und anderen Wasserpflanzen. Ideale Verstecke für Fische. Nach über einer Stunde wird in den Altrheinarm eingebogen, den die Elektronachen der Stadt als Stützpunkt für ihre Touren nutzen. Am rechten Ufer sind noch Reste einer einst großen Sandbank zu sehen, die früher von vielen Germersheimer Familien als Badestrand genutzt wurde – bevor der Altrheinarm ausgebaggert wurde. Und so mancher Zeitgenosse regte sich damals über „die Nackischen“ auf, die dort lagen oder beobachtete sie vom anderen Ufer aus mit seinem Fernglas. Und dieses Ufer ist das Ziel der Tour, die Ausstiegsstelle. Manch ein Teilnehmer nutzt noch kurz die Möglichkeit, vom Kanadier in ein Kajak umzusteigen und auch das auszuprobieren. Einer fällt beim Ausstieg ins Wasser – ob gewollt oder nicht, das spielt keine Rolle – denn es bringt auf jeden Fall noch etwas Abkühlung.
Letztes Schnupperpaddeln
Wie bei jedem Ausflug der KSG Germersheim steht am Ende das Aufräumen und Verstauen der Ausrüstung. Boote, Paddel, Schwimmwesten – alles muss über den Hochwasserdeich zum Parkplatz getragen werden. Alle packen mit an. Die Teilnehmer zeigen sich begeistert. Und es muss ja nicht das letzte Mal gewesen sein, dass sie mit der KSG ins Wasser stechen. Wer Lust bekommen hat, der kann sich bei der Kanusportgemeinschaft Germersheim auf deren Homepage für das letzte Schnupperpaddeln der Saison am Mittwoch, 3. September, anmelden. Mehr Infos zum Verein, der im kommenden Jahr 60 Jahre alt wird, gibt es unter https://ksg-ger.de.