Wochenspitzen RHEINPFALZ Plus Artikel Ostermarsch im Badepark

wospi

Die Wörther Bäder haben für viele Debatten gesorgt. Der Ausfall eines Millionenzuschusses lässt die Parteien zusammenrücken – wohl auch mit Blick auf den neuen Bürgermeister.

Neben der 2. Rheinbrücke sind die städtischen Bäder der zweite und eigentlich wahre Dauerbrenner in der Stadt Wörth. Denn anders als bei der Brücke entscheidet bei Badepark und Hallenbad die Stadt selbst, wie es weitergeht. Schade, dass es bei der 2. Rheinbrücke nicht auch so ist: Sie wäre längst gebaut, eine große Mehrheit hätte sich schnell gefunden.

Bei den Bädern sieht es anders aus: Sie haben immer rote Zahlen geschrieben, weshalb sie auch immer Gegenstand von durchaus kontroversen Diskussionen waren. Bis 1999 reicht das elektronische Archiv der RHEINPFALZ zurück und in diesem Jahr findet sich auch der erste Beitrag zu diesem Thema: Bürgermeister Harald Seiter (CDU) plädiert als Kandidat für eine dritte Amtszeit für den Erhalt beider Bäder. Es gab auch andere Stimmen.

Die aktuelle Diskussion – Ausbau des sanierungsbedürftigen Badeparks zum Ganzjahresbad, Abriss des maroden Hallenbades – wird seit 2016 geführt. Sie führte durch Höhen und Tiefen, jetzt ist ein Tiefschlag zu verkraften: ein ins Auge gefasster Bundeszuschuss in Höhe von 3 Millionen Euro wird nicht gewährt. Was tun?

Noch-Bürgermeister Nitsche (SPD) sieht hier eine Aufgabe für den nächsten Stadtrat, der im Juni gewählt und dessen Sitzungen von seinem Nachfolger Steffen Weiß (FWG) geleitet werden. Die Zukunft der Wörther Bäder könnte also zum Wahlkampfthema werden. Zumal die Bäder den Bürgerm wichtig sind: Bei einer Umfrage der RHEINPFALZ waren 68 Prozent der Befragten der Meinung, dass die Stadt Wörth ein Ganzjahresbad braucht.

Allerdings präsentieren sich die Fraktionen im Stadtrat Wörth derzeit in dieser Angelegenheit in selten gewordener Einmütigkeit: Sie sagen nichts und das auch noch gemeinsam. Anfragen der RHEINPFALZ an die verschiedenen Fraktionen, wie es in Sachen „Bäder“ nun weitergehen solle, beantwortet SPD-Sprecher Marion Daum für alle zusammen: „Um nun eine seriöse und auch intern abgestimmte Position wiederzugeben, (...) werden wir miteinander ins Gespräch gehen. Unser gemeinsames Ziel ist es, eine gute Lösung für unsere Stadt und unsere Bürgerinnen und Bürger zu finden.“

Das hört sich gut an – das ist ohne jede Ironie gemeint. Nach vielen Streitereien wollen die Stadträte sich offenbar wieder zusammen raufen. Das müssen sie auch, denn ab Juli kann sich keiner mehr hinter dem abgewählten Bürgermeister Nitsche verstecken, der in den letzten Jahren für manche offenbar an allem schuld gewesen sein soll. Dazu wird die Position des neu gewählten Bürgermeisters Steffen Weiß zu schwach sein, selbst wenn seine FWG-Fraktion die Zahl ihrer Sitze auf vier verdoppelt.

Aber diese Schwäche kann zur Stärke von Weiß Amtszeit werden, weil damit der Stadtrat als Ganzes in den Mittelpunkt rückt. Weiß verspricht folgerichtig einen kooperativen Führungsstil. Voraussetzung dafür ist, dass die Stadträte auch miteinander kooperieren. Solange sie in erster Linie das Wohl der Bürger leitet und nicht die Interessen der eigenen Klientel, kann das gelingen.

Friedliche Ostern!

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