Rülzheim RHEINPFALZ Plus Artikel Omikron: Kein Fenster-Plausch mit isolierten Senioren

Das Braun’sche Stfit in Rülzheim.
Das Braun’sche Stfit in Rülzheim.

Wegen eines Omikron-Ausbruches ist das Braun’sche Stift bis 9. Februar für Besucher geschlossen. Das bedeutet auch gravierende Änderungen für die Abläufe im Heim. Den Heimleiter treiben indes ganz andere Sorgen um.

Wegen der aktuellen Infektionslage ist das Seniorenheim der Braunschen Stiftung geschlossen. Aktuell sind mehr als 25 Personen betroffen, teilte das Heim auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Die Erkrankten, darunter sowohl Mitarbeiter als auch Bewohner, weisen nur leichte Symptome auf. Ein Todesfall sei zwar zu verzeichnen gewesen, sagte Geschäftsführer Wolfgang Kuhn. Dieser hänge aber nicht mit Corona zusammen. Schon vor Wochen habe sich abgezeichnet, dass die betroffene Person nicht mehr lange leben würde. In die Klinik musste bis jetzt keiner der Erkrankten.

Quarantäne mit Zimmerservice

Es ist nicht das erste Mal, dass das Seniorenheim wegen Corona geschlossen werden musste. Die erste Schließung war vom 14. März bis 30. Juni 2020. Danach habe man vereinbart, Heime unter allen Umständen offen zu lassen, erinnert sich Kuhn. Einschränkungen beim Besuchsrecht gebe es nur in Ausnahmefällen in Abstimmung mit der Heimaufsicht und dem Gesundheitsamt. Die Logistik des Heimes, wenn die Bewohner nicht mehr zusammen essen dürfen, wurde durch das Auftreten der Coronafälle geändert, wie Kuhn mitteilt. Bewohner mit Zimmerquarantäne haben einen Zimmerservice, ansonsten essen sie auf den Wohnbereichen in Gemeinschaftsbereichen. Der Speisesaal beherbergt die nichtbetroffenen Mitarbeiter an Einzeltischen.

Die Stimmung unter den Bewohnern sei bis jetzt „so weit gut“, da es ja nur eine befristete Maßnahme sei. „Krieg war schlimmer“, habe eine Bewohnerin auf die angeordnete Schließung lapidar geantwortet. Insgesamt nehme man die Schließung aber „relativ gelassen“. Aufgrund der Ausfälle bei den Mitarbeitern seien die übrigen Kolleginnen und Kollegen natürlich überlastet. Man versuche aber, dies mit Leasingkräften auszugleichen.

Telefon und W-Lan sollen helfen

Trotz der Schließung können die Angehörigen durchaus mit den Bewohnern kommunizieren. So wurden Service-Telefonnummern eingerichtet, unter denen täglich zwischen 14 und 17 Uhr angerufen werden kann. Daneben gibt es in jedem Zimmer eine W-LAN-Verbindung. Hilfe durch das Personal kann dafür allerdings nicht gestellt werden.

Zur Kontaktaufnahme mit den Heimbewohnern sollten sich die Angehörigen aber nicht unter die Fenster stellen, bittet Kuhn. Das Heimgelände werde für die Spaziergänge der Bewohner genutzt. Diese dürfen sich dort nur getrennt nach Wohnbereichen und mit Abstand sowie in Begleitung zu bestimmten Zeiten aufhalten. Fremde sollten das Gelände also nicht betreten. Angehörige können aber Geschenke und sonstige Mitbringsel für Heimbewohner am Nebeneingang Eisenbahnstraße abgeben. In der Regel seien dies Obst, Süßigkeiten oder Pflegeartikel. „Einige waren schon da.“

Sorgen wegen der Impfpflicht

92,5 Prozent der Bewohner und 87,5 Prozent der Mitarbeiter seien mittlerweile geimpft. Bei beiden Gruppen gebe es Menschen, die eine Impfung generell ablehnten. Sorge bereitet Kuhn die ab 15. März angeordnete Impfpflicht für alle Mitarbeiter, die ins Haus kommen. Das gelte auch für Handwerker, „eben alle, die länger als 2 Minuten im Haus sind“. Selbst der Postbote dürfe diesen Vorgaben zufolge nicht mehr in das Gebäude.

Betretungsverbote werde er aber nicht aussprechen. Dies müsse ausschließlich vom Gesundheitsamt angeordnet werden. Wenn die Impfpflicht für Mitarbeiter kommt, befürchtet er, dass ein Großteil der Mitarbeiter, die bis jetzt nicht geimpft sind und sich einer Impfung auch verweigern, das Heim verlassen. Aufgrund der aktuellen Beschäftigungslage kämen diese überall unter. „Zu uns zurück kommen die nie wieder“. Daher wäre ihm lieber, man würde eine Impfpflicht für alle anordnen oder „die Welle einfach aussitzen“.

Kontakt

Telefonisch sind die Wohnbereiche von 14 bis 17 Uhr erreichbar. Wohnbereiche EG und 1: 0162 2072751; Wohnbereiche 2 und 3: 0162 2073032; Wohnbereich Stifterbau: 0162 2073008. Geschenke und sonstige Mitbringsel für Angehörige können am Nebeneingang Eisenbahnstraße abgegeben werden.

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