Germersheim Omas gegen Rechts setzen Zeichen für Demokratie
Seit Jahren sind die „Omas gegen Rechts“ in Deutschland als Organisation etabliert, die sich für demokratische Werte einsetzt. Menschen aus Germersheim und Umgebung sind dem Appell der „Omas gegen Rechts“ gefolgt, gegen den Rechtsruck und für die Demokratie einzutreten und an der Mahnwache teilzunehmen. Von Schülerinnen bis hin zu Rentnern ist jede Altersgruppe vertreten. Einige halten Schilder und Plakate mit Aufschriften wie „Nie wieder ist jetzt“, „Klima: Kein Merz im Februar“ oder „Ja zur Demokratie – Nein zur AfD“ hoch. Zusätzlich haben die Omas gegen Rechts Schilder mit ihrem Logo mitgebracht und verteilen sie an die übrigen Anwesenden.
Am roten Pavillon, den die Omas wie eine Art Zentrale aufgestellt haben, können Interessierte Sticker oder Aufkleber mit Botschaften mitnehmen, die unter anderem die gesellschaftliche Vielfalt und die Bedeutung einer funktionierenden Demokratie betonen. „Gerade jetzt, in diesen Zeiten nach der Abstimmung ist es wichtig, ein Zeichen zu setzen“, sagt Inge Heimer, eine der Gründerinnen der Ortsgruppe Omas gegen Rechts Kandel und Südpfalz. Sie bezieht sich auf die gemeinsame Abstimmung von Union und Freier Demokratischer Partei (FDP) mit der Alternative für Deutschland (AfD) im Bundestag und die damit einhergehende Diskussion um die Abgrenzung der restlichen Parteien zur AfD, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingestuft wird.
Die anderen Parteien und zahlreiche Organisationen, darunter auch die Omas gegen Rechts, hatten die Union daraufhin scharf kritisiert und ihr vorgeworfen, die Brandmauer zur AfD eingerissen zu haben. Angesichts dessen müsse man dringend einstehen für Toleranz, Menschenrechte, Demokratie und Frieden, so Heimer weiter. „Wir wollen, dass auch unsere Enkelkinder in einer freien Welt aufwachsen können.“
Die Mahnwache beginnt mit einem Redebeitrag einer Oma gegen Rechts. In diesem thematisiert sie vor allem die Wichtigkeit von Themen wie der Wohnungsnot, dem Pflegenotstand, der Klimakrise und dem entschlossenen Widerstand gegen den Rechtsruck in Deutschland. Man dürfe sich im Wahlkampf nicht spalten und auseinandertreiben lassen, das helfe nur den Feinden der Demokratie. Vor allem die AfD erhält starke Kritik, ebenso der CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz. „Geht wählen! Und zwar eine demokratische Partei!“, ruft sie am Ende ihrer Rede den Demonstrierenden entgegen und erntet Applaus dafür.
Die Mahnwache ist eine deutliche Absage an die AfD. Danach singen alle das Lied „Keine:r wählt hier rechts“, mittlerweile ein fester Bestandteil vieler Veranstaltungen des Bündnisses. Dafür bekommen die Teilnehmenden ein Blatt mit dem Liedtext, der die grundsätzlichen Ansichten und Ziele der Omas noch einmal klar zusammenfasst: Engagement für Demokratie und Toleranz, Einsatz gegen Rechtsextremismus und Spaltung. Anschließend bleiben die Beteiligten noch eine Weile beieinander. Die Omas gegen Rechts zeigen sich zufrieden mit der Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Man habe mit weniger Leuten gerechnet und sei froh, dass die Erwartungen übertroffen worden sind, erklärt Heimer. Sie hoffe, dass der Aktionstag den Ausgang der Bundestagswahl wenigstens etwas beeinflussen kann.