Knittelsheim
Oldtimertreffen mit Donnervogel und anderen Top-Modellen
Sonntagmorgen, im Ortskern von Knittelsheim: Während die Einweiser des Oldtimerclubs in der abgesperrten Ludwigstraße Position bezogen haben und die ersten Teilnehmer erwarten, herrscht rund um das Gemeindehaus schon Betrieb, werden bei grauem Himmel, Wind und herbstlich-niedrigen Temperaturen letzte Vorbereitungen getroffen. Peter Malthaner, der Vorsitzende des 1. Oldtimerclubs Knittelsheim und die Vereinsmitglieder haben an diesem Sonntag alle Hände voll zu tun. Nach zweijähriger, Corona bedingter Zwangspause sind die Erwartungen an das Oldtimer-Treffen groß und die 50 Helferinnen und Helfer, die an diesem Tag zum Teil in zwei Schichten arbeiten, hoch motiviert. Rund 120 historische Autos und Fahrzeuge sowie 30 Mopeds und Motorräder aus vergangenen Jahrzehnten gibt es beim 22. Oldtimertreffen des Clubs (1. OCK) zu bestaunen. Zusätzlich wurde in diesem Jahr die Motto-Ausstellung „Rallyefahrzeuge“ gezeigt.
War in früheren Jahren eine Ausfahrt der historischen Fahrzeuge durch die Region fester Bestandteil der Veranstaltung, so entfiel dieser Programmpunkt. „Man trifft sich mit Gleichgesinnten zum Erfahrungsaustausch und zum Bestaunen“ der oftmals liebevoll gepflegten und restaurierten Fahrzeuge, wie Peter Malthaner betont.
Rot-weißer Luxus aus den Sechziger Jahren
Von den herbstlich-kühlen Temperaturen an diesem Morgen hat sich Stefan Sitter aus Hatzenbühl nicht davon abhalten lassen, mit seinem Ford Thunderbird, Baujahr 1960, zum Treffen zu fahren. Er gehört zu den ersten Teilnehmern, die ihr Fahrzeug vor dem Gemeindehaus präsentieren. Der „Donnervogel“, einst das Top-Modell der Ford Division, verfügt über einen 5,8-Liter-V8-Motor, der 300 PS Leistung bringt und Drehmoment satt an das Drei-Gang-Getriebe weitergibt. Im Innern repräsentieren die in Rot und Weiß gehaltenen Sitzbezüge des weißen Thunderbirds mit vielen Chromteilen eine zeittypische Farbkombination und das, was man damals im US-Automobilbau als „Luxus“ definierte.
Der Wagen stammt, wie Stefan Sitter erklärt, aus Arizona und befand sich dort lange Zeit in Erstbesitz, bevor das Hardtop mit dem markanten Kühlergrill im Jahr 2009 verkauft, und von Sitter, der den Wagen nun seit acht Jahren besitzt, in Frankfurt aus Privatbesitz erworben wurde. Viel gab es zu tun, bevor der „T-Bird“ so dastand wie heute. Unter anderem mussten Motor und Getriebe überholt werden, ebenso wie Sitzbezüge und Fensterdichtungen, die nach 50 Jahren ausgehärtet oder gerissen waren.
Urban Priols Mini in der Lostrommel
Aus dem Baujahr 1961 stammt der hellblaue Studebaker „Hawk“, mit dem Karsten Heidlauf sonor blubbernd Richtung Gemeindehaus rollt, und sogleich von Peter Malthaner an prominenter Stelle auf dem Gelände eingewiesen wird. Denn der Studebaker ist eins der Fahrzeuge, die von privaten Spendern der Lebenshilfe zur Verfügung gestellt wurden und im Januar 2023 für einen guten Zweck verlost werden. Zu den Spendern, die ihre Fahrzeuge bereits „eingereicht“ haben, gehören unter anderem der Kabarettist Urban Priol, der seinen englischen Riley Mini der Lebenshilfe zur Verfügung gestellt hat. Heidlauf, der das Fachpublikum in Knittelsheim mit Infomaterial auf den guten Zweck der 28. Oldtimer-Spendenaktion aufmerksam macht, hat am Sonntag davor mit dem „Hawk“ bereits am „Oldtimerwandern“ entlang der Südlichen Weinstraße teilgenommen.
Besuch der lokalen Prominenz erhielt das 22. Oldtimertreffen in Knittelsheim gegen Mittag, als das „Knillsemer Kätzel“ Lara I. und Ortsbürgermeister Ulrich Christmann am Gemeindehaus zu einem Rundgang über das Gelände starteten.