Kreis Germersheim Ohne Stern wird’s „Schnörkellos gut“

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Weniger Stern, mehr Platz für eigene Ideen: Peter Steverding und Petra Dollt verfolgen in ihrem Restaurant „Steverdings Isenhof“ in Knittelsheim ein komplett neues Konzept. Sie überschreiben als „Schnörkellos gut“, was den Gästen die gewohnt hohe Qualität aus Peter Steverdings Küche auf den Tisch bringt – aber eben ohne die „Schnörkel“, die ein Sterne-Restaurant bieten muss.

„Wir streben den Michelin-Stern nicht mehr an“, sagt dazu Peter Steverding. Und freut sich auf Freiraum für Innovationen. Die aktuelle Menükarte, aus der Gäste am Samstag erstmals bestellen konnten, verrät, dass Abstriche an der Qualität nicht zum Konzept gehören. Steverding kocht nach wie vor mit saisonalem Schwerpunkt und wird den alle vier bis sechs Wochen wechseln. Was nach 20 Jahren unter dem Michelin-Stern (und einigen weiteren Gourmetauszeichnungen) neu ist, ist die Entspanntheit, die in den Isenhof einzieht. Petra Dollt, für Service und die Weinauswahl zu den Speisen zuständig, bietet in Zukunft zur Menükarte drei passende offene Weine an – „selbstverständlich von denselben Spitzenwinzern, von denen wir bisher schon unsere Weine beziehen“. Alternativen dazu liegen im Weinkeller, die gibt es flaschenweise. Es gibt auch neues Geschirr, die Speisen werden nicht mehr unter der Glocke serviert. „Wir haben einige Tausend Euro in Teller, Kühler, Besteck und Ausstattung investiert“, erzählt Steverding im Gespräch mit der RHEINPFALZ. Das Ambiente im Lokal und auf dem Tisch soll schließlich stimmen. Die neuen Tischdecken hat Petra Dollt übrigens selbst genäht, weil’s von der Stange nicht hundertprozentig gepasst hat. Platz ist im „Isenhof“ für etwa 20 Gäste. Dazu kommt der „Tisch für 8 Genießerfreunde“. In der kleinen Lounge, wo man bisher einen gemütlichen Aperitif nehmen konnte, steht jetzt ein großer Tisch mit acht Plätzen. Wer hier sitzen will, muss seine Genießerfreunde (Steverding: „Es müssen nicht immer acht sein.“) mitbringen – und darf bestimmen, was gekocht wird. „Das ist ein Wunschkonzert“, sagt der Spitzenkoch und verspricht, die einige Tage vorher von den Genießerfreunden genannten Wünsche erstklassig umzusetzen. Neu sind auch die Ereignissonntage, die Dollt und Steverding anbieten. Der erste am 30. Oktober steht unter dem Motto „Herbstzauber“. Originell wird’s am 13. November, dann „Kummen Schissle uff de Disch“. Heimische Traditionsgerichte in vier Gängen werden tischweise serviert. „Für solche Ideen gab es unter dem Stern keinen Platz“, sagt Steverding. Das sei auch der Grund, warum er ihn nicht mehr anstrebe. „Wir wollen uns nicht auf die faule Haut legen, sondern unsere Ideen umsetzen“, stellt er klar. Deshalb wird’s im „Isenhof“ auch etwas günstiger, aber noch lange nicht billig. „Die Qualität bleibt“, verspricht der Küchenchef. Zu den Ideen gehören beispielsweise ein Gourmet-Kappenabend in der Fastnachtszeit oder das Fitness-Menü für Freizeitsportler. Advent und Weihnachten werden zelebriert, an die Heiligen Drei Könige aus dem Morgenland mit einem Orientmenü erinnert. „Das wird alles sicher nicht weniger Arbeit“, ist sich Steverding sicher. Zumal er in Zukunft nur noch mit einer Küchenhilfe am Herd steht. Aber die Freiheit, Dinge zu tun, die vorher nicht möglich waren, motivieren den 57-Jährigen zusätzlich. Zu dieser Motivation gehört auch jetzt schon die Vorfreude auf den nächsten Sommer. Grillfan Steverding sieht sich bereits in Hof und Garten seines 500 Jahre alten Isenhofes am Grill stehen und die Gäste kommen mit ihren Tellern vorbei, um sich Leckereien vom Rost abzuholen. „Das wird klasse“, sagt er mit einem fröhlichen Lachen im Gesicht. Info Steverdings Isenhof, Donnerstag bis Samstag ab 18 Uhr, Telefon 06348 5700, Internet: www.isenhof.de. |tom

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