Kreis Germersheim
Ohne Impfung keine Einreise
Die Wartezeit für reisemedizinische Beratungen steigt. Nach zwei schwierigen Reisejahren wollen Fernreisende über verpflichtende Impfungen in ihrem Urlaubsland informiert werden. Einige Länder in Afrika und Südamerika verlangen bei der Einreise einen Nachweis über die Gelbfieberimpfung. Fehlt der offizielle Stempel im Impfausweis, kann die Einreise verweigert werden und der Urlaub ist beendet.
In einigen Ländern in Afrika und Südamerika ist eine Gelbfieberimpfung verpflichtend. Auch Touristen, deren Reiseroute durch Länder oder Grenzgebiete führt, in denen Gelbfieber vorkommen kann, wird eine Impfung meist nahegelegt. „Vor allem Reiseimpfungen stellen einen sehr guten Schutz vor gefährlichen Krankheiten während der Reise dar. Auf diese effektive Präventionsmaßnahme sollten Touristen nicht verzichten“, erklärt Hausarzt Jonas Hofmann-Eifler. Gelbfieberimpfungen dürfen laut internationaler Vereinbarung nur in autorisierten Gelbfieberimpfstellen verabreicht werden. Hausarzt Hofmann-Eifler ist Haus- und autorisierter Gelbfieberimpfarzt in der Praxisgemeinschaft Rheinzabern. „Reisemedizin ist meine Leidenschaft“, erklärt Hofmann-Eifler, der unter anderem auch über den richtigen Schutz vor Malaria berät. In Gelbfiebergebieten empfiehlt der Reisemediziner generell einen sehr guten Mückenschutz. Dazu gehört geschlossene helle Kleidung oder imprägnierte Moskitonetze beim Schlafen. Auch sogenannte Repellentien wie Anti-Brumm, das vom Schweizer Tropeninstitut empfohlen wird, beugen Mückenstichen vor.
Rechtzeitig informieren
Die Wartezeit für eine Gelbfieberimpfberatung betrage zwei bis vier Wochen. Für die reisemedizinische Beratung meist vier bis zehn Wochen, da die Nachfrage derzeit stark ansteige. Um Probleme vorzubeugen, empfiehlt der promovierte Mediziner so früh wie möglich einen Reiseberatungstermin zu vereinbaren. „Dadurch können auch andere notwendige Impfungen besprochen werden.“ Aber auch die Arztpraxen müssen planen können. Nicht immer steht ein kurzfristiger Impftermin zur Verfügung. Der Impfstoff müsse bestellt werden, was manchmal bis zu einer Woche dauern kann. Die Impfung solle nicht später als 10 bis 14 Tage vor Abreise durchgeführt werden. „Ein vollständiger Impfschutz besteht nach knapp 10 Tagen“, erklärt Hofmann-Eifler.
Bei der Gelbfieberimpfung handelt es sich um einen Lebendimpfstoff, was bei einigen Menschen zu Nebenwirkungen führen kann. In der Regel beschränken sich die Nebenwirkungen „auf Gliederschmerzen und leichtes Fieber.“ Dennoch warnt Hofmann-Eifler Menschen mit Immunsuppression oder schweren Erkrankungen: Sie dürfen keine Gelbfieberimpfung erhalten. „Auch Schwangere und Kinder unter 9 Monaten sollten auf keinen Fall gegen Gelbfieber geimpft werden.“
Über die Notwendigkeit einer Gelbfieberimpfung zur Einreise in ein Land informiert beispielsweise das Auswärtige Amt unter www.auswaertiges-amt.de oder der Hausarzt. Zudem sollte darauf geachtet werden, wie lange die letzte Gelbfieberimpfung zurück liegt. Mittlerweile wird nur noch eine Spritze zum vollständigen Schutz benötigt, allerdings verlangen einige Länder eine Impfung, die nicht älter als zehn Jahre ist.