Kreis Germersheim Nur der Erste-Hilfe-Kasten ist zu alt

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Beim Sprechen und Ausatmen bilden sich vor den Mündern kleine Wolken, die von einem kalten Wind sofort weggetragen werden. Zehn Polizisten aus Wörth, Bad Bergzabern, Germersheim und dem Zentralen Verkehrsdienst stehen kurz nach 7 Uhr zusammen und besprechen sich, während ein Bus am Germersheimer Busbahnhof die ersten Schüler aussteigen lässt. Die Kinder laufen in verschiedene Richtungen davon, einige über den Parkplatz zur Richard-von-Weizsäcker-Realschule, die anderen durch das Rolltor ins Goethe-Gymnasium gegenüber, und einige gehen in den nahen Backshop, um sich Stärkung für die vor ihnen liegenden Stunden zu holen. Stumm ruhen die Blicke auf den Polizisten in ihren blauen Uniformen. Der nächste Bus kommt. Zwei Polizisten machen sich auf den Weg und verschwinden im Bus. Während die Schüler noch aussteigen, beginnt schon die Kontrolle. Kontrolliert wird laut Thomas Effler, Leiter Schwerlastkontrolltrupp beim ZVD, „ob zusätzliche Feuerlöscher, Nothämmer, Erste-Hilfe-Kästen und ähnliches vorhanden sind“. Er zeigt auf seine Schreibkladde, auf der ein zweiseitiger Kontrollbogen alles Erforderliche auflistet. Dazu gehören auch Fragen zum Gesundheitszustand des Fahrers: Nimmt er Medikamente und mehr? Ein weißer Gelenkbus rollt auf das Gelände des Busbahnhofs, der Fahrer grinst schon, als er die Polizisten auf sich zukommen sieht. „Guten Morgen“, begrüßen die Polizisten den Fahrer, der lässig in seinem Cockpit sitzt und die Dinge auf sich zukommen lässt. Name, Fahrzeugpapiere, Führerschein – das alles erinnert an eine reguläre Fahrzeugkontrolle. Dann werden aber auch der Personenbeförderungsschein und weitere Papiere von Karsten Cladow, einem Polizisten der ZVD, gefordert. Währenddessen sieht sich der zweite Uniformierte im Bus um, zählt die Nothämmer, die zwischen den Scheiben hängen, ebenso wie die Aufkleber an den Fenstern, die auf einen Notausstieg hinweisen. „Notausstiege hat der Bus genug“, sagt Helmut Clementz, der dritte Polizist, der zur Kontrollgruppe dazustößt zu seinem jüngeren Kollegen. Jedes Fenster besitzt solch einen Aufkleber. „Schließen Sie bitte mal die hintere Tür“, ruft er nach vorne. Der Busfahrer kommt der Aufforderung sofort nach, und mit einem Zischen setzt sich die Tür in Bewegung. Clementz steht im Türbereich und mit einem Ruck klemmen die beiden Türen ihn ein, öffnen sich jedoch sofort wieder. „Das funktioniert sehr gut“, kommentiert Clementz das Türöffnen. „Wir haben an den beiden hinteren Türen auch Lichtsensoren“, ergänzt der Busfahrer. Clementz erklärt, dass es ein Gerät gibt, mit dem der Druck der schließenden Türen gemessen werden kann. Der dürfe nämlich nicht zu hoch sein. Beanstandet wurden von den Polizisten drei von sechs Bussen, wobei es sich laut Effler um „lediglich geringfügige Verstöße“ gehandelt habe. Ein Busfahrer habe nicht die vorgeschriebene Anzahl an Diagrammscheiben zum Nachweis seiner Fahrtätigkeit mitgeführt – anstelle von 28 Scheiben habe er nur die fünf der letzten Tage vorweisen können. An seinem Bus war noch die elektronische Linienanzeige defekt und die Windschutzscheibe hatte auf Höhe der Scheibenwischer einen Querriss. An den beiden anderen Bussen war das Erste-Hilfe-Material abgelaufen und die Anzahl der Sitz- und Stehplätze im Einstiegsbereich falsch angegeben. Bei zurückliegenden Kontrollen waren Thomas Effler zufolge „mehr und gravierendere Verstöße festgestellt worden“. Nach einer Stunde, gegen 8 Uhr, wurde die Kontrolle beendet. Keine Busse und keine Schüler waren mehr zu sehen, nur der kalte Wind blies Papier über den Platz.

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