Adventskalender RHEINPFALZ Plus Artikel Nicht mehr alles im Angebot, aber alles frisch

 Andrija Tomic macht Ochsenbäckchen zum Mitnehmen.
Andrija Tomic macht Ochsenbäckchen zum Mitnehmen.

Corona, Baustelle und fehlende Geschäftsreisende machen Familie Tomic im „Vater Rhein“ in Maximiliansau das Leben schwer. Die Wirtsleute wissen sich zu helfen – mit einem Abholservice und veränderter Speisekarte.

„Im nächsten Jahr werden es 30 Jahre“, blickt Maca Tomic schon ein wenig voraus. Seit fast drei Jahrzehnten führt sie als Inhaberin das Hotel und Restaurant „Vater Rhein“. Und während der namensgebende Fluss in all den Jahren unaufgeregt seinem Dank Tulla vorgegebenen Bett folgen darf, kann Tomic von dieser Verlässlichkeit allenfalls nur träumen. Denn ihr Lebensunterhalt beruht einerseits auf Geschäftsreisenden, die es in Zeiten von Home-Office und abgesagter Messen so selten gibt wie vor 30 Jahren gesunde Fische im Rhein.

Und andererseits auf den Ansässigen, die Lust auf ihre frische Küche haben. Diese können zwar noch immer kommen, aber nicht mehr, um zu bleiben. Nur abholen können sie die Speisen. Und noch nicht einmal das ist mehr so einfach, seit im Oktober die Baustelle in der Eisenbahnstraße eröffnet wurde. Auch das noch und als ob es Corona ihr nicht schon schwer genug machte. Wer es dennoch zum „Vater Rhein“ schafft, darf auf der Speisekarte zwischen saisonaler Regional-, Fisch- und Balkanküche wählen. Geschmorte Ochsenbäckchen, Welsfilet, Cevapcici oder das klassische Rumpsteak.

Frischer Zander passt nicht ins Abholgeschäft

Das Abholgeschäft gehe gerade so auf, sagt Tomic. Und man versteht, dass es kein Ersatz für das Essen im stimmungsvollen Ambiente eines Restaurants sein kann. Zudem dürfte regionale Küche kaum zum klassischen Fastfood taugen, das man eben mal mitnimmt und sich damit vor den Fernseher oder Bildschirm setzen kann. Die Karte ist daher gerade bei den Fischspeisen etwas schmaler geworden. Zander zum Beispiel könne und wolle sie sich nicht auf Vorrat in die Küche legen, „weil ich die Frische wahren möchte. Und dazu ist die Nachfrage zurzeit eben einfach zu gering“.

Wild und Klassiker vom Balkan gehen gut

Gerade den Zander und die Wildprodukte beziehe sie frisch aus der Region. Die Favoriten der Kunden sind gerade Wildgerichte, aber auch die Klassiker vom Balkan. Treu bleiben ihr im Moment die Stammgäste, neue Kundschaft komme nicht hinzu. Zu diesen Treuesten der Treuen zählen nicht nur Wörther oder Maximiliansauer, sondern auch Geschäftsreisende aus Nah und Fern, die immer wieder gerne bei den saisonalen Gerichten aus der Region zugreifen.

Beim Abholgeschäft bedauert sie hingegen besonders, dass die Kunden noch nicht einmal ihre eigenen Behältnisse zum Abholen mitbringen können: „Wir geben alles nach den Corona-Vorschriften aus, auch wenn ich keine Freundin der Verpackungsmaterialien bin. Denn eigentlich möchte ich nachhaltig und umweltschonend arbeiten, während ich jetzt geradezu dagegen arbeiten muss.“ Und das betreffe nicht nur das Abholgeschäft, sondern auch das Frühstücksbüffet, wo die Plastik- und Aluverpackungsorgien der 70er- und 80er-Jahre wieder unfröhliche Urstände feiern.

Nach Corona wird das Dreißigjährige gefeiert

Die Corona-Beschwernisse erwartet sie noch weit ins nächste Jahr hinein. Aber danach kann vielleicht doch noch fröhlich auf die drei gemeinsamen Jahrzehnte der jungen Maca Tomic und dem alten „Vater Rhein“ geblickt und gefeiert werden.

Info

Der „Vater Rhein“ in der Eisenbahnstraße 4 bietet seinen Abholservice von Sonntag bis Donnerstag von 17 bis 20.30 Uhr an. Bestellt werden kann unter der Rufnummer 07271 9488-0. Die Speisekarte sowie weitere Informationen sind unter www.hotel-vater-rhein.de zu finden.

Die Speisekarte der Mitnahme-Gerichte im „Vater Rhein“.
Die Speisekarte der Mitnahme-Gerichte im »Vater Rhein«.
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