Wochen-Spitzen RHEINPFALZ Plus Artikel Nicht jeder Trend ist erfreulich

Wann wird Müll richtig entsorgen ein Trend?
Wann wird Müll richtig entsorgen ein Trend?

Der Trend zu Lockerungen macht auch Chorsänger froh. Die Trendsportart Plogging sollte besser überflüssig sein. Und worauf weist eigentlich die Infosäule hin?

Chor I: Endlich wieder gemeinsam singen

Menschen, die in Chören singen, sind diejenigen, die sich in den vergangenen Tagen am meisten über die Lockerungen der Corona-Beschränkungen gefreut haben. Auch der Gospelchor in Lingenfeld nahm nach monatelangen Online-Singstunden wieder den leibhaftigen Probebetrieb auf. „Glückliche Gesichter beim Zusammentreffen, weil allein zu Hause am Computer zu singen, doch kein vollwertiger Ersatz für eine Chorprobe in Präsenz ist“, sagt Schriftführerin Michaela Emling.

Konzerte in vollen Häusern – wie es der Gospelchor gewohnt ist – sind allerdings immer noch nicht erlaubt, sodass die Sängerinnen und Sänger neue Wege gefunden haben, sich zu präsentieren, und zwar im Freien. Wie am Sonntag auf der großen Tribüne der Pferderennbahn in Haßloch. „Nein, Pferde waren für dieses Treffen nicht gesattelt, aber es lagen Mikrofone für jeden Einzelnen bereit“, sagt Emling.

Da deswegen quasi jeder als Solist zu hören und nicht mehr in der Gruppe eingebettet war, habe sich das Alleine-Singen am Computer doch ausgezahlt, weil es mehr Stimmsicherheit brachte. Nun ist eine öffentliche Probe mit Konzertcharakter am 18. Juli beim Musikverein in Schifferstadt und ein Konzert am 11. September in der Alten Ziegelei in Sondernheim geplant. Damit die Sängerinnen und Sänger ihr geliebtes Hobby wieder mit anderen teilen können.

Chor II: Mit einem Ständchen überrascht

„Ehre, wem Ehre gebührt“ , sagten sich 32 zweimal geimpfte Helfer der Tafel Wörth, stellten auf die Schnelle einen „Tafelchor“ zusammen und überbrachten vor dem Tafelgebäude ihrer Vorsitzenden Uschi Bisanz ein Ständchen. Die hatte nämlich vergangene Woche ihren 70. Geburtstag.

Da verschlug es ihr die Sprache, als ihre Stellvertreterin Brigitte Fuhr als Vorsängerin ihres selbst gedichteten Textes große Lobeshymnen anstimmte wie „Du bist Garant für allzeit frohe Menschen. Mit anderen Worten: Du bist unser Star“ und die Helfer den bekannten Refrain sangen: „Wie schön, dass du geboren bist .“ Begleitet wurden sie mit der Gitarre von der Abiturientin Hanna, die bis zum Studium bei der Tafel hilft, wo immer sie gebraucht wird.

Vorstandsmitglied Werner Kraus erfreute die Vorsitzende mit einem weiteren Vortrag, bevor es noch ein von den Tafelhelfern „gezaubertes“ Kalt-Warmes Buffet gab. „Ich war kaum in der Lage, mich zu bedanken“, sagte die sehr gerührte Vorsitzende. „Damit hatte ich nie gerechnet, ich war platt“. Diese Überraschung war aber sicher auch ein Zeichen für die gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen der seit zwei Jahren amtierenden Vorsitzenden und ihren dringend benötigten Helfern.

Plogging: Trend ist leider notwendig

Wussten Sie schon, was „Plogging“ ist? Wieder so ein Fremdwort – wird man sich denken. Tatsächlich kommt es aus Schweden und setzt sich aus „plocka upp“ für aufheben und Jogging zusammen, wie der Vorsitzende des Wörther Schwimmclubs Markus Otte erklärte. Aber was steckt dahinter?

Das hat sein Sportverein jüngst vorgemacht. Während des Lauftrainings rund um den Badepark haben die Teilnehmer sich immer wieder gebückt und jeden weg geworfenen Müll aufgehoben – ein tolle Idee. Für die Sportler war das ja auch kein großes Problem, aber eigentlich unnötig. Warum behält nicht jeder, der unterwegs ist, seinen Abfall bei sich oder entsorgt ihn in die dafür vorgesehenen Behältnisse? Dann müssten sich nicht immer andere Menschen darum kümmern.

Deshalb wäre es sicherlich schön, wenn diese Idee des Schwimmclubs weitere Mitmacher oder Nachahmer finden würde oder am besten: Keiner wirft achtlos seinen Müll – egal wie groß – einfach weg!

Infosäule: Eine vertane Chance

Die Jahre haben schon ihre Spuren hinterlassen, aber derzeit ist der „Vintage-Look“ ja voll im Trend. Rein äußerlich erfüllt die Informationssäule am Tournuser Platz also die Bedingungen.

Allerdings bedeutet Vintage aber, dass alte, gebrauchte Gegenstände – ob Möbel oder Kleidung, (wieder) ihrer ursprünglichen Funktion zugeführt oder auf andere Art benutzt werden. Hier fällt die Säule aus dem Raster, erfüllt aktuell nicht ihren Zweck der Information. Einsam und ungenutzt und nahezu ohne Information verharrt sie auf ihrem zentral gelegenen Platz.

Eine vertane Chance, den Bürgern und Besuchern zu zeigen, dass in Germersheim trotz Corona das öffentliche Leben nicht pausiert, auch wenn es derzeit weniger kulturelle Angebote in der Stadt und in der Halle gibt. Deren Bekanntmachung war ja der Ursprungszweck der Säule. Jetzt aber könnten die leeren Flächen von Stadthaus, Tourismusbüro, Vereinen oder Restaurants genutzt werden. Auch ein Stadtplan könnte hilfreich für flanierende Besucher sein. Eine leere Säule hingegen ist eine vertane Chance für Werbung und Information.

Ein schönes Wochenende wünschen Nadine Klose, Evelyn Schniter und Joachim Paul

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