Erlenbach
Neuer Anlauf für Windpark
Der mögliche Windpark wird den Rat wohl noch einige Male beschäftigen. Eigentlich schien das Projekt Windpark Steinweiler/Erlenbach schon gestorben, weil die Gemeinde Steinweiler, wo vier der fünf geplanten Windräder stehen sollten, zum Schutz ihres Waldes den Bau von Windanlagen auf ihrer Gemarkung ablehnte. Nun suchte die Firma Gaia aus Lambsheim im Austausch mit Vertretern der Ortsgemeinde Erlenbach und der Verbandsgemeindeverwaltung, einen Alternativstandort für den Windpark. Dieser würde dann zwar nur zwei Windräder umfassen, sich aber vollständig auf Erlenbacher Gemarkung befinden.
In der Sitzung wurde das für und wider erörtert. Zwar müsste auch Erlenbach dafür rund ein Hektar seines Waldes opfern. Allerdings, so argumentierte Ortsbürgermeister Maik Wünstel, würde gerade die umweltfreundliche Windkraft den Wald auch schützen. Nur 16 Prozent des Pfälzer Waldes seien noch gesund. Zudem würden die beiden Windräder so weit wie möglich von der Wohnbebauung entfernt stehen. Dort würden dann bei Volllast etwa 40 Dezibel Lautstärke ankommen, das sei soviel wie ein Kühlschrank, das Blätterrauschen im Wald oder das Grundrauschen der Autobahn.
Vögel sterben auch wegen Autos
Auch einige Vögel würden wahrscheinlich wegen der sich drehenden Rotoren sterben. Allerdings sterben auch im gesamten Straßenverkehr unzählige Tiere, und keiner verzichte auf das Autofahren, gab Wünstel zu bedenken. Schließlich entwickele sich die Technik immer weiter. So würden die beiden Erlenbacher Windräder mehr Strom erzeugen als die sechs Freckenfelder.
Bleibt laut Wünstel noch die Frage, ob Windräder stören. Natürlich seien sie nicht schön, aber stören? Überall stünden Windräder, die er im Vorbeifahren schon gar nicht mehr wahrnehme, meinte Wünstel. Zudem seien Windräder ein Teil des Naturschutzes. Dort, wo Kohleabbau betrieben werde sei es auch nicht schön.
Schließlich seien Windräder eine Zukunftsvorsorge, bei der die Gemeinde kein finanzielles Risiko trage. Im Gegenteil: Während der Laufzeit von 25 Jahren werden Einnahmen im insgesamt deutlich siebenstelligen Bereich erwartet. Danach müsste die Anlage, so ist es vertraglich festgelegt, vollständig zurückgebaut werden. Bei einer Gegenstimme wurde der Grundsatzbeschluss angenommen.
Ein solcher Grundsatzbeschluss bedeute dabei nicht, dass das jeweilige Thema jetzt wirklich schon beschlossen sei, erläuterte der Ortsbürgermeister, sondern nur, dass es weiter verfolgt werde. Jederzeit könnte es auch wieder gestoppt werden.
Zu viele Ratsmitglieder wohnten in einer Straße
Zudem gibt es in Erlenbach mindestens 14 Bebauungspläne, davon allein vier in der Hauptstraße. Diese sollen nun daraufhin überprüft werden, ob die Pläne aus Sicht städtebaulicher Stadtentwicklung noch haltbar sind. Möglicherweise können sie auch zusammengelegt werden, auf jeden Fall aber aktualisiert und vereinheitlicht. Vier Pläne in der Hauptstraße habe übrigens historische Gründe: Da damals so viele Ratsmitglieder in der Hauptstraße gewohnt haben – es gab damals noch kaum Neubaugebiete – musste der Rat das Baugebiet teilen, um überhaupt noch beschlussfähig zu sein, erklärte Wünstel. Direkte Anwohner sind nämlich befangen und dürfen nicht mitstimmen.
Auch der Fortführung des Dorferneuerungskonzeptes und einer Dorfmoderation stimmte der Rat grundsätzlich zu. Dies ist erforderlich, damit weiter Zuschüssen in voller Höhe fließen können, so Wünstel.