Kreis Germersheim „Neue Apotheke“ hat neuen Chef

91-80408643.jpg

Germersheim. Die „Neue Apotheke“ in der Königstraße, ehemals Ecke Bismarckstraße, ist die älteste Apotheke in Germersheim und seit 1963 in Familienbesitz. Ab 1. März wird sie in dritter Generation nach Oskar Walch, dessen Sohn Gerhard Walch nun wiederum von dessen Sohn weitergeführt. In Zukunft möchte Michael Walch Bewährtes erhalten und die Apotheke weiterentwickeln.

Eine Veränderung gibt es allerdings. Aus der „Neuen Apotheke“ wird jetzt die „Apotheke Walch“. „Wir sind die älteste Apotheke in Germersheim. Die Bezeichnung „neu“ stimmt also schon lange nicht mehr. Die Germersheimer kennen uns und sagen sowieso nur „wir gehen zum Walch“, erklärt der junge Apotheker. Er wohnt mit seiner Ehefrau und dem 17 Monate alten Sohn im Elternhaus gegenüber. „In der Apotheke bin ich groß geworden. Unsere Wohnung war genau oben drüber. Meine Eltern waren immer für uns Kinder da, wenn einer Kummer hatte. Man war nie allein. Unser Ritual war es, jeden Tag alle zusammen Mittag zu essen“, erinnert sich Michael Walch. Apothekersein und Familie ist und war seiner Ansicht nach schon immer sehr gut miteinander kombinierbar. Das sei auch der Grund, weshalb gerade viele Frauen Pharmazie studieren. „Der Arzt ist Meister der Diagnose, die Apotheker sind Spezialisten, wenn es um Arzneistoffe, Medikamente und deren Wechsel- und Nebenwirkungen geht“, sagt der 35-Jährige, der 2013 seine Approbation (Zulassung) erhielt. Seiner Meinung nach ist der Apotheker immer in einem Spannungsverhältnis, wenn er Kunden berät. Er ist Kaufmann und lebt von seinen Umsätzen, aber zugleich ist er in einem Heilberuf tätig. „Ich will meinen Kunden nicht mehr verkaufen, als sie wirklich brauchen“, so Walch. Nach 44 Berufsjahren möchte sein Vater, der zunächst 1972 Pächter und später Inhaber der Apotheke wurde, etwas kürzer treten. Immer an seiner Seite ist seine Frau Magdalena Walch. Die einstige Lehrerin hatte Spaß daran, in der Apotheke ihres Mannes mitzuarbeiten und entschloss sich, lange nach ihrem Studium, noch einmal die Schulbank zu drücken und Apothekenhelferin zu lernen. „Sie ist der koordinierende Faktor in unserer Familie und diejenige, die Struktur in die Apotheke und die Familie brachte und auch immer die Verbindung zwischen beidem hergestellt hat“, würdigen Gerhard und Michael Walch. Das ehrenamtliche Engagement des 73-Jährigen war schon immer sehr ausgeprägt. Er war zum Beispiel Vorsitzender der Turnerschaft Germersheim, tätig in der katholischen Pfarrverwaltung, 10 Jahre Stadtratsmitglied und ist Vorsitzender im Partnerschaftsverein Tournus. Doch nicht nur seine Leidenschaft für Basketball habe er an seine drei Kinder weiter gegeben, auch bei deren Berufswahl schien der Funke überzuspringen. „Meine Tochter Ursula ist Pharmazeutisch-technische Angestellte und begann mit dem Pharmaziestudium, wechselte dann aber zum Lehramt. Mein Sohn Stephan ist Apotheker und Lebensmittelchemiker und Michael trat ebenfalls in unsere Fußstapfen. Einfach so. Ohne Druck. Es hat sich einfach so ergeben“, erzählt Gerhard Walch stolz. Die Apotheke an seinen Sohn abzugeben, fällt Gerhard Walch leicht, weil er „weiß, dass ich noch gebraucht werde“. Er und seine Frau werden in der Anfangszeit stundenweise in der Apotheke helfen. (smoh)

Mehr zum Thema
x