Kreis Germersheim Nach Verpuffung: Weiter ohne Strom, Warmwasser und Telefon

Eingang zum Hochhaus: Beim Familienbüro konnten sich die Bewohner Essen warm machen.
Eingang zum Hochhaus: Beim Familienbüro konnten sich die Bewohner Essen warm machen.

Wörth. Nachdem es in der Nacht zum Samstag zu einer Verpuffung in einem Wörther Hochhaus gekommen war, waren am Montagnachmittag noch 45 Wohnungen ohne Strom und Warmwasser.

Eine Firma prüfe alle Leitungen durch, sagte Petra Pfeiffer, Geschäftsführerin der Wohnbau Wörth, der das Gebäude gehört. „Wir brauchen trockene Leitungen, um alles sicher anschließen zu können.“ Ursache der Verpuffung im Stromnetz war ein Wasserschaden. Vermutlich sei aus einer Waschmaschine in einem der obersten Stockwerke unbemerkt über Stunden Wasser ausgelaufen, was die Verpuffung weiter unten, im zehnten Stock, ausgelöst habe. Fahrstühle und die Heizung waren am Montag wieder intakt. Weil die Boiler ohne Strom nicht funktionieren, gebe es aber kein warmes Wasser.

In der Küche des Familienbüros in dem Hochhaus-Komplex konnten sich die Bewohner Essen erwärmen. Handys und wichtige Elektrogeräte konnten sie in der Hausmeisterwerkstatt aufladen. Dort gab es auch Mülltüten, um den Inhalt aufgetauter Tiefkühlware zu entsorgen. Die Immobiliengesellschaft hat batteriebetriebene Lampen für die Wohnungen ausgegeben. Das Unternehmen hatte Mitarbeiter vor Ort und weist die Bewohner auf seiner Homepage und auf Aushängen auf die schwierige Situation hin. Pfeiffer hoffte, dass bis zum Montagabend der Strom zumindest in einem Teil der Wohnungen wieder läuft. Die Wohnung im zehnten Stock, wo die Verpuffung war, sei unbewohnbar. Die Wohnbau-Gesellschaft hat die Familie in einem Ausweichquartier untergebracht.

Am Sonntag und Montag gab es für die Leute kostenlos warme Gemüsesuppe und Würstchen, was gut angenommen worden sei. Betroffen sind die Bewohner der Dorschbergstraße 4, sozusagen das halbe Hochhaus. „Die kümmern sich, man wurde nicht allein gelassen“, sagte am Montag ein Bewohner. Ohne Strom, Warmwasser und Telefon sei man aber „aufgeschmissen“.

Der Alarm ging am Freitagabend gegen halb 11 bei der Feuerwehr ein, im zehnten Stock gab es nach der Verpuffung eine starke Rauchentwicklung. Das gesamte Stromnetz musste abgeschaltet werden. Stockwerk für Stockwerk wurde das Hochhaus evakuiert. Rund 100 Rettungskräfte waren im Einsatz. Ein Teil der Bewohner verbrachte die Nacht in einer Notunterkunft in der Bienwaldschule. Als am Samstagabend die Stromversorgung wieder in Betrieb genommen werden sollte, gab es laut Wohnbau erneut einen Kurzschluss und der Strom wurde gekappt.

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