Kreis Germersheim Nördliche Hauptstraße im Visier

Mit einem Bürgerworkshop in Erlenbach hat die Verbandsgemeinde Kandel (VG) ihre Informationsreihe zur Starkregenvorsorge fortgesetzt. Gemeinsam mit rund zwanzig Bürgern diskutierten Vertreter von Gemeinde, der VG-Werke und dem planenden Ingenieurbüro Fischer aus Speyer über örtliche Problemzonen und deren Behebung. Die Verwaltung zeigte sich gegenüber den Hinweisen aufgeschlossen und sicherte eine zeitnahe Bearbeitung und Kommunikation zu.
Vom großen Zuspruch positiv überrascht zeigte sich der Erlenbacher Beigeordnete Maik Wünstel. Da direkt im Anschluss die Gemeinderatssitzung angesetzt war und sich beim vorherigen Workshop in Winden die Diskussion zeitweise zu sehr vom Kerninhalt Katastrophenschutz wegbewegt hatte, legten die Veranstalter Mal Wert auf ein straffes Verbleiben beim Thema. Rüdiger Pfeifer vom Ingenieurbüro Fischer Teamplan stellte zunächst die Konzeptbereiche Gefährdungsbeurteilung (Wer oder welche Gebiete in Erlenbach sind betroffen?), öffentliche wie private Vorsorge sowie Gefahrenabwehr vor. Für Erlenbach ergab das Computermodel, dass aufgrund des geringen Nord-Süd-Ortsgefälles von 7 Metern bei einer Gefahrenlage durch Starkregen vor allem im Bereich der nördlichen Hauptstraße eine Gefährdung und im Bereich des Birnbachs vorliege. Ansonsten sei die Ortslage nicht betroffen. Konkrete Maßnahmen zum besonderen Schutz der Gefährdungslagen wurden nicht vorgestellt. Pfeifer sagte, dass sich die „öffentliche Hand“ einerseits überlegen müsse, was sie den Bürgern anbiete, sie sich andererseits aber auch die Frage stellen müsse, „bringt das überhaupt was“. Grundsätzlich könne man das Risiko aber nur mindern und dazu beitragen, „dass es nicht so schlimm kommt“. Die Feuerwehr sollte im Einsatzfall nicht auf der Straße angesprochen werden, Bürger sollten stattdessen die 112 wählen, betonte Mike Schönlaub von der Verwaltung. Dort würden die Einsätze nach Dringlichkeit koordiniert. Anke Meissner vom Fachbereich Bauen empfahl allen Hausbesitzern dringend, ihre Gebäude- und Hausratsversicherungen aktiv zu überprüfen. „Im Vergleich zu den anderen Ortsgemeinden“ sei in Erlenbach schon sehr viel getan worden, sagte Inge Grein von den Verbandsgemeindewerken (VG-Werke). Die Bürger kritisierten ein verändertes Abfluss- und Sickerverhalten des Wassers durch die Neubaugebiete und eine ungenügende Reinigung des Birnbachs von Ablagerungen. Hierdurch seien auch bei normalen Wetterereignissen Überschwemmungen möglich. Pfeifer und Wünstel versprachen innerhalb der kommenden 14 Tage eine erneute Ortsbegehung, wozu auch die Bürger eingeladen seien. Hinsichtlich einer veränderten Taktung der Grundreinigungen wies Grein allerdings darauf hin, dass es hierzu durch das Naturschutzgesetz festgelegte Schonzeiten gebe. Termin Der nächste Workshop findet am Dienstag, 19. Juni, um 18 Uhr in Freckenfeld im Rathaus statt.