Kreis Germersheim Mit Kameras Schule abgesucht

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Es war spektakulär: Über 60 Feuerwehrmänner und -frauen rückten am Samstag mit Sirenen und Blaulicht zur Jahresabschlussübung an. Diese diene dazu, den Leistungsstand der Feuerwehr zu zeigen und zu testen, ob die Zusammenarbeit der Wehren klappt, so Edgar Jung, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Kandel. Um die Kinder der Grundschule Freckenfeld zu erreichen, wurden mehrere Rettungswege eingerichtet. Zum Dachgeschoss wurde die Drehleiter 23/12 aus Kandel ausgefahren. Die Leiter erreicht bei einem Abstand von zwölf Metern zu einem Gebäude noch 23 Meter Höhe, was durchschnittlich der Höhe des 7. Stockwerks eines Gebäudes entspricht. An die Fenster der unteren Stockwerke konnten Klappleitern gelehnt werden. Auch wenn es sich nur um einen gestellten Einsatz handelte, durften keine Fehler gemacht werden. Massiver Einsatz mit Atemschutzgeräten wurde gefordert, Rauch mit einer Nebelmaschine simuliert, alle Räume mit einer Wärmebildkamera kontrolliert. Nur „Wasser marsch“ hieß es nicht, Schläuche wurden nur gerollt und nicht gefüllt. Am Ende konnte Einsatzleiter Andreas Reininger melden: Alle 14 Personen wurden gerettet, der Brand gelöscht. Nachfolgend durfte Verbandsbürgermeister Volker Poss (SPD) neben den Ehrungen für langjähriges Engagement bei der freiwilligen Feuerwehr, Beförderungen und Verabschiedungen in diesem Jahr auch den Schlüssel für ein brandneues Führungsfahrzeug übergeben. Das bisherige war schon seit über 25 Jahren im Einsatz und entsprach technischen Standards nicht mehr. So sind in dem neuen Fahrzeug, das auch besichtigt werden konnte, beispielsweise ein Fax und Drucker integriert, durch drehbare Vordersitze kann schnell Raum für eine kleinere Besprechung im Fahrzeug geschaffen werden und zwei vollwertige Arbeitsplätze mit PC sind vorhanden. Außerdem können mit der Wetterstation unter anderem Windstärke und Windrichtung erfasst werden, im Safe werden Feuerwehrschlüssel für Brandmeldeanlagen aufbewahrt und ganz wichtig: die digitalisierten Einsatzpläne, die ebenso in Papierform vorliegen. Sie beinhalten wichtige Informationen über größere Gebäude in der Verbandsgemeinde, wie die Lage von Hydranten, die auf Grundrissen eingezeichnet sind, mögliche Gefahren, wie Gasleitungen in der Nähe der Einsatzstelle oder Telefonnummern von Verantwortlichen. Für die Beschaffung des Fahrzeuges zahlte die Verbandsgemeinde die vollen Kosten von 118.000 Euro. Poss erinnerte den Landtagsabgeordneten Alexander Schweitzer (SPD) daran, dass die zugesagten Fördergelder noch auf sich warten ließen. Bei der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Kandel wird eine digitale Alarmierung eingeführt. Das heißt, die Feuerwehrleute werden zu den 120 Einsätzen, die die in der Verbandsgemeinde pro Jahr anfallen, unter anderem nicht mehr per Stimmübertragung alarmiert, sondern mit kleiner schriftlicher Beschreibung des Einsatzes. Für das 2016 steht die Erweiterung und Sanierung des Feuerwehrgerätehauses Kandel in Planung und eventuell der Neubau eines eigenständigen Hallengebäudes. Schlussendlich blieb noch kurz Zeit für eine Manöverkritik. Von Jung sowie Kreisfeuerwehrinspekteur Mike Schönlaub war allerdings nur anzumerken, dass der nötige Sicherheitsabstand zur Grundschule von einigen Einsatzkräften nicht eingehalten wurde. (ekx)

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