Kreis Germersheim Mit der Sprache kommt fast immer auch der Job

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Es ist nicht einfach für anerkannte Asylbewerber einen Praktikums- oder Arbeitsplatz zu finden. Die Sprache ist fast immer die höchste Hürde. Umso mehr angetan waren gestern Vertreter verschiedener Firmen bei der Praktikumsmesse in Germersheim. „Es ist unglaublich, wie viel Deutsch die Leute schon nach ein paar Monaten sprechen“, sagte beispielsweise Eva Müller, Personalreferentin der Spedition Nuss.

Die von Job-Center und Arbeitsagentur organisierte Praktikumsmesse im Bürgersaal war „erfolgreicher, als wir uns das vorgestellt haben“. Das sagte Organisatorin Ruth Burckhart vom Job-Center Germersheim. Gut 300 anerkannte Asylbewerber gibt es derzeit im Kreis Germersheim, mehr als 200 davon schauten sich die Praktikumsmöglichkeiten an. Elf Unternehmen und Verwaltungen sowie die Handwerkskammer waren vertreten. Viele davon haben bereits Erfahrung mit Asylbewerbern – und fast durchwegs gute. „Wir haben zurzeit einen Praktikanten aus Afghanistan, den wir gar nicht mehr hergeben möchten“, erzählt Müller. Besonders engagiert präsentiert Nicole Zor ihre Elektrotechnikfirma Epos (Wörth). Der Großteil der Belegschaft, fast 85 Prozent, habe Migrationshintergrund, sagt Zor. Und alles laufe reibungslos, die Leute seien durchweg motiviert und lernwillig. Wie Eva Müller von der Spedition Nuss oder auch Birgit Keppel von der Ökumenischen Sozialstation Hagenbach-Kandel-Wörth bemängelt Zor die schwierige Anerkennung der Berufsqualifikation, obwohl Ingenieure, Lkw-Fahrer, Menschen mit medizinischer oder Pflegeausbildung dabei sind. Zor: „Hier sind Ingenieure, die jeden Job annehmen, Hauptsache, sie haben etwas zu tun.“ Etwas zurückhaltender zeigte sich Bratsika Fotini von der Karlsruher Niederlassung des Labor- und Messgeräteherstellers Thermo Fisher. Die meisten Leute seien noch nicht lange in Deutschland und hätten entsprechend schwache Sprachkenntnisse. Da ihre Firma nicht selbst ausbilde, sei es auch schwierig, unter diesen Voraussetzungen Praktika anzubieten, so Fotini. „Fündig geworden“, sind dagegen Jacqueline Deny und Esra Sherzai vom ida-Projekt der Agentur für Arbeit. ida steht für Integration durch Ausbildung und Deny sagte, es gebe auf der Messe Kandidaten für ein ida-Praktikum, das im Oktober dann in eine reguläre Ausbildung münde. Einen Tipp für Arbeitgeber hatte Lothar Horder von der Agentur für Arbeit in Landau parat: Ausbildung von Flüchtlingen und Migranten beschränke sich nicht auf die reine Arbeitszeit. Es müsse in eine Art Rund-um-die-Uhr-Betreuung investiert werden. Wer das tue, bekomme dafür qualifizierte und hochmotivierte Mitarbeiter, so Horder.

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