Kreis Germersheim Mit dem Wohnwagen wird Europa bereist

Die beiden Karlsruher sind in der Südpfalz heimisch geworden: Karl und Elvira Schillinger.
Die beiden Karlsruher sind in der Südpfalz heimisch geworden: Karl und Elvira Schillinger.

«Minfeld.» Das Fest der „diamantenen Hochzeit“ dürfen heute Elvira und Karl Schillinger in Minfeld feiern. Vor 60 Jahren gaben sie sich in ihrer Heimatstadt Karlsruhe das „Ja-Wort“.

Kennengelernt hatten sich beide schon recht früh, im Alter von 16 und 17 Jahren. Und das war kein Zufall. Denn Elviras Bruder war ein guter Freund von Karl Schillinger. Sie kannten sich schon seit ihrer Schulzeit in der Karlsruher Weststadt. Man traf sich oft in der Freizeit, und Karl hatte da schon Augen für die Schwester seines Freundes. Aus der anfänglichen Freundschaft sollte dann schon bald etwas mehr werden. Am 31. August 1957 war es dann soweit: Man traute sich und feierte Hochzeit. Elviras Vater, ein Musiker und Zauberkünstler, sorgte für die Unterhaltung. Bald stellte sich Nachwuchs ein, sieben Kinder kamen zur Welt. Heute gehören übrigens noch zehn Enkelkinder und (derzeit noch) fünf Urenkel zur Familie. Auf den neuen Urenkel freuen sich alle. Karl Schillinger war zehn Jahre lang als Soldat bei der Bundeswehr in Karlsruhe stationiert. Er hatte eigentlich Polsterer und Dekorateur gelernt, doch machte ihm diese Arbeit nicht lange Freude, weshalb er sich später zum Elektromechaniker der Fachrichtung Elektronik ausbilden ließ. So qualifiziert fand er bald einen angemessenen Arbeitsplatz. Für zwei Unternehmen bereiste er jahrelang Autowerkstätten in ganz Deutschland, um dort den Kundendienst vorzunehmen oder Reparaturen auszuführen. Und dabei, so erzählt er jetzt, habe er eines immer wieder feststellen müssen: In keiner Gegend seien die Menschen so freundlich gewesen wie in der Südpfalz. Nach Minfeld gezogen war er mit seiner Familie vor gut 40 Jahren, nachdem er ein Haus im unteren Teil der Holzgasse erwerben konnte. Der Anfang hier, so gestehen Elvira und Karl Schillinger, sei für sie nicht gerade einfach gewesen, aber nach und nach habe man die Nachbarschaft besser kennengelernt und sich ans Dorfleben gewöhnt. Dinge für den täglichen Bedarf konnte man noch in unmittelbarer Nachbarschaft kaufen. So erinnert sich das Paar an das Lebensmittelgeschäft von Martha Burckhardt oder die Metzgerei Walter Nungesser, die Milch holte man bei Otto Dorst in der Hauptstraße. Am schönsten aber, und daran erinnert sich nicht nur das Jubelpaar, sondern auch Tochter Angela, sei es gewesen, wenn auf der Wiese am Ortsausgang in Richtung Büchelberg das große Festzelt aufgebaut wurde, um hier das Musikfest zu feiern. Da war dann immer etwas los, und auch die Kinder hatten ihre helle Freude. Während der Vater die Woche über unterwegs war, kümmerte sich Mutter Elvira daheim um die Kinder. Und oft fuhr man gemeinsam in Urlaub. Mit dem Wohnwagen fuhr man nach Ungarn oder nach Kroatien, oft auch an den Ammersee nach Bayern, weil Karls Arbeitgeber dort in der Nähe seinen Sitz hatte. In den letzten Jahren stand der Wohnwagen auf einem Campingplatz bei Waldsee. Elvira (79) und Karl Schillinger (80), haben sich von gesundheitlichen Rückschlägen gut erholt und freuen sich auf ihr Fest, das heute bei ihrer Tochter Angela Niederer in Büchelberg gefeiert wird. Was nach der „diamantenen Hochzeit“ noch so alles komme, will er am Ende unseres Gespräches noch wissen. Zur „Eisernen Hochzeit“ in fünf Jahren, so sein Wunsch, soll es ein Wiedersehen geben.

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