Kreis Germersheim Mit Bürgern Stadt der Zukunft entwickeln

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Wörth. „Ich habe einen Traumjob“, sagt Dennis Nitsche (38) und meint seine derzeitige Arbeit beim KIT, das früher Universität Karlsruhe hieß. Dort ist er für die Organisation der Betreuung der Ehemaligen zuständig, hält den für die technische Hochschule besonders wichtigen Kontakt zu Unternehmen, kümmert sich um 19 Stiftungen, leitet als Verwaltungsdirektor eine Abteilung. Warum er dennoch Bürgermeister von Wörth werden will? – „Ich will nicht weg, ich will hier hin“, sagt Nitsche: „Ich bin ein politischer Mensch.“

Letzteres wundert bei einem promovierten Politikwissenschaftler nicht unbedingt. Seine Lehren hat Nitsche aber auch aus der Praxis gezogen. So habe er in Wörth in der Bürgerinitiative für Lärmschutz an der B9 mitgearbeitet, sagt er: „Ich war oft auf Experten der öffentlichen Hand angewiesen.“ Seine Erfahrungen haben in bewogen, in die Gremien zu gehen, um etwas von innen heraus zu bewegen. Und jetzt will Nitsche an die Spitze. Falls es ihm gelingt: Seine Erfahrungen wird er auch dorthin mitnehmen. Folgerichtig will er gemeinsam mit den Bürgern überlegen, „was wir eigentlich für die Zukunft haben wollen. Zur Zeit kommt vieles aus der Verwaltung.“ Dabei sollten der Stadtrat die Zukunftsfragen diskutieren. „Das erwarten die Bürger“, so Nitsche: „Wie sehen der Altort und die Ottstraße in 20 Jahren aus, wie entwickelt der Dorschberg sich weiter – und entwickelt sich mit dem Abtswald nicht gerade der nächste beinahe abgeriegelte Stadtteil in Wörth?“ Und mit Blick auf alle vier Ortsteile: „Wie ist die Gesamtvorstellung von der Stadt?“ Natürlich hat Nitsche auch seine Vorstellungen, was in Wörth geschehen sollte. „Wir müssen mehr tun für das Zusammenleben der Generationen“, sagt er. Im Altort Wörth, in Schaidt und Büchelberg leben überdurchschnittlich viel ältere Menschen. Mit familienfreundlichen Angeboten müssten diese Orte für junge Familien attraktiv gemacht werden. Überhaupt: „Wir müssen sehen, dass ein bischen mehr los ist in Wörth“, sagt Nitsche: „Für die, die zu kurz kommen: die Jugendlichen und jungen Erwachsenen.“ Freiluftkino, Konzerte – Nitsche sieht viele Möglichkeiten und das Potenzial: „Wenn man sieht, was los ist, zum Beispiel bei der Oldie-Night, bei der Jugendfeuerwehr.“ Deshalb müsse man in Wörth beispielsweise darüber nachdenken, den Bürgerpark mehr zu nutzen, dort stehe eine Bühne leer. Den Vereinen solle ihr Engagement leichter gemacht werden: „Selbst Gemeinden, die bis über beide Ohren verschuldet sind, geben ihren Vereinen ein, zweimal im Jahr die Halle umsonst.“ Info www.dennisnitsche.de

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