Kreis Germersheim Mer losse de Dom in Kölle

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Lutz Schwab, Jan Kern und Hund Willi – drei RHEINPFALZ-Kollegen – sind mit der „Golden Lady“, ihrem 44 Jahre alten Segelboot, seit Montagmorgen auf dem Rhein von Germersheim bis nach Friesland unterwegs.

Von Köln nach Düsseldorf: Mit dem Auto ist die Strecke in 20 Minuten geschafft. Mit dem Boot dauert die Tour von Innenstadt zu Innenstadt vier Stunden. Das liegt nicht daran, dass Vater Rhein müde geworden wäre – er führt noch reichlich Wasser, auch wenn die Pegel hier weit unter der Hochwassermarke stehen. Der Fluss macht aber zwischen Köln und Düsseldorf viele Sondertouren, mal nach rechts, mal nach links. Fast so, als wollte er es vermeiden, aus dem bodenständig-direkten Köln ins mondäne Düsseldorf zu kommen. Bei Leverkusen wird ein Chemiefrachter beladen, der auf den klingenden Namen „Risico“ getauft ist. Ein schlechtes Omen? Überhaupt die Namen der Schiffe: „Synthese“ heißen gleich mehrere einer Reederei. Inzwischen haben wir es von „Synthese 15“ bis zur „Synthese 1“ herunter geschafft. „Schloss Neuschwanstein“ hatte ich auch anders in Erinnerung, nicht ganz so klotzig. Irritierend ist der Name „Stadt Nürnberg“. Bei den Sportbooten gibt es auch Trends: Gleich drei „Seewolf“ liegen in Köln. Mutmaßlich hat keines davon jemals die See gesehen. Angekommen im Alten Zollhafen in Düsseldorf, fallen uns zunächst einmal fast die Augen aus dem Kopf. Direkt unter dem Fernsehturm machen wir fest, die hochmodernen schiefen Türme von Frank Gehry hinter uns. Der Hafenmeister ist noch entspannter, als der in Köln: Er drückt uns einen Schlüssel zur Anlage in die Hand. „Ich hab noch eine Veranstaltung bis um 21 Uhr“, sagt er, und verschwindet wieder. Veranstaltung? Am Hafenmeisterbüro stehen Leute in Anzug und Schlips. Sie vermarkten schwimmende Häuser, wie das Hafenmeisterbüro. Und das hat es in sich: Sogar einen Keller hat der Nobelbau, darin befinden sich Duschen, Toiletten und Waschmaschinen. Fesch. Sieht aus, wie zuhause. Sogar Handtücher liegen in den Duschen bereit – sowas hatten wir auf der Fahrt bisher noch nicht. Nach einem Stadtrundgang besucht uns Chris, ein Freund von Jan. Die beiden kennen sich vom Eurovision Song Contest in Düsseldorf und wetten regelmäßig um Champagner, welche Teilnehmer das Rennen machen. „Und wo liegt jetzt euer Boot?“, fragt Chris, während in Jan über den Steg lotst. „Oh, das ... hätte ich mir größer vorgestellt“; entfährt es ihm, als er um ein dickes Motorboot herumkommt, das die „Golden Lady“ hervorragend verdeckt. Chris ist sichtlich entgeistert: „Darauf lebt ihr zwei Wochen lang?“ - Nach drei Gläsern Wein (im Hafenwasser gekühlt), dem Blick auf Uferpromenade, Fernsehturm und Gehry-Bauten hat sich Chris aber gefangen. Es gefällt ihm sichtlich gut – auch wenn er größere Schiffe bevorzugt: Kommende Woche will er mit der „Mein Schiff“ eine Skandinavienrundfahrt machen. Düsseldorfer halt. |lsb

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