Kreis Germersheim Menschen, die Menschen helfen

. „Menschen helfen Menschen“, steht auf dem Plakat, das den Wörther Weihnachtsmarkt ankündigt. Klingt für mich als kritischer Biber wie „Eine Hand wäscht die andere.“ Kann ich mich irren? Ein Spaziergang am Samstagabend über den Platz kann ja nicht schaden, denke ich mir. Und ich bin nicht der Einzige mit der gleichen Idee. An manchen Ständen, gerade wo es etwas zu Knabbern oder Schlürfen gibt, stehen die Menschen eng beisammen. Ob sie sich gegenseitig wärmen? Von innen wärmen sich die Großen mit Glühwein, die Kleinen mit Kinderpunsch. Auffällig viele junge Familien mit Kindern sind da. Einige turnen am Gerüst neben dem Alten Rathaus, zwei erklimmen die Reiterfigur am Eingang. „Jingle bells“ ertönt es aus dem Lautsprecher. Keiner singt mit. Sind ja Wörther und nicht Amerikaner. Der Karl-Josef-Stöffler-Platz, benannt nach dem ehemaligen Bürgermeister, gibt schon was her für einen kuscheligen Weihnachtsmarkt. Die Menschen nennen das schöne und heimelige Ambiente, zur Stimmung sagen sie Atmosphäre. Die tragen sich auch auf die beiden schmucken Fachwerkhäuser über, wo Modeschmuck und Gebasteltes. Gestricktes und Gehäkeltes angeboten wird. Menschen helfen Menschen, brutzeln Bratwürste, füllen Tassen, haben Marmelade eingekocht. Ein Nikolaus beschert die Kinder, in der Kirche singen und spielen die Concordia, der Frauenchor und der Musikverein Adventslieder. Auch beim Schaffen sehe ich junge Leute. Neben Vereinen und politischen Parteien machen auch zwei Schulen mit. Die Stadt unterstützt das Ganze. Die „Oberhoheit“ hat der Verein für Handel und Gewerbe, der darüber wacht, was mit dem Gewinn geschieht. Wie letztes Jahr soll er an die Bienwaldschule gehen, damit alle Schüler ein warmes Mittagessen bekommen können. Es gibt sie also noch: Menschen, die Menschen helfen. (wi)