Lustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Markierungen für Parkplatz und Autobahn

Mitarbeiter der Firma Ruch sind regelmäßig auf der B9 und der A61 bei der Arbeit zu sehen.
Mitarbeiter der Firma Ruch sind regelmäßig auf der B9 und der A61 bei der Arbeit zu sehen.

Fahrbahnmarkierungen sind allgegenwärtig. Das weiß jeder. Aber auch, dass es sich dabei um Verkehrszeichen handelt? Wann, wo und wie sie auf den Straßenbelag kommen, wissen die Fachleute der auf Straßenmarkierungen spezialisierten Firma Ruch.

Die Fahrbahnmarkierung ist als Verkehrszeichen von großer Bedeutung. Sie muss verschiedene Kriterien erfüllen und darf ausschließlich von zertifizierten Fachbetrieben aufgebracht werden. Ein solcher Betrieb ist die Herbert Ruch GmbH mit Sitz in Lustadt. Etwa 70 Fahrzeuge, darunter auch Spezialmaschinen, gehören zu deren Fuhrpark. „All unsere Maschinen werden in den Wintermonaten von unseren Mitarbeitern gewartet und für die Arbeiten in der nächsten Saison vorbereitet“, berichtet Geschäftsführer Winfried Hagen.

Er verweist darauf, dass die Markierungsarbeiten eine saisonale Arbeit sind, die von etwa März bis Dezember verrichtet wird. Für Hagen und seine Mitarbeiter ist der zunehmende Verkehr das größte Problem „In Städten und auf Autobahnen sind wir hauptsächlich in der Nacht tätig, da tagsüber den Autofahrern Sperrungen nur schwer zuzumuten sind.“ Die Verkehrssicherung und Absicherung der Baustelle vor Ort übernimmt die Firma ebenso wie die Markierung, selbst.

Markierungstyp hängt von Verkehrsbelastung ab

Zu den Leistungen des Betriebes zählen nicht nur Erstmarkierungen auf neuen Straßen. „Je nach Markierungstyp und Verkehrsaufkommen muss eine Fahrbahnmarkierung alle zwei bis vier Jahre überholt sowie in gewissen Zyklen ganz entfernt und neu errichtet werden“, erklärt Hagen. Beim Entfernen von Markierungen kommen Kalt- und Warmwasser-Hochdruckfräsen zum Einsatz, Spezialmaschinen der Firma Ruch. Fürs Auftragen von Markierungen würden ebenfalls spezielle Maschinen benötigt. Je nach Straßentyp und Verkehrsbelastung gibt es unterschiedliche Markierungstypen: Während auf einer viel belasteten Autobahn eine Dickschicht-Markierung angebracht wird, ist es auf einer weniger belasteten Straße eine Dünnschicht-Markierung. Neben diesen zwei Markierungstypen zählen auch Folien-, Spezialmarkierungen und vorgefertigte Markierungen zum Leistungsspektrum der Firma Ruch.

Deren Firmensitz ist seit dem Jahr 2000 in Lustadt. Prokuristin und Niederlassungsleiterin Pia Weber informiert, dass die Firma bereits im Jahr 1897, damals noch als Zwei-Mann-Malerbetrieb gegründet worden sei. „In der zweiten Generation, etwa im Jahr 1960 wurde dann mit zehn Mitarbeitern im Tätigkeitsfeld der Fahrbahnmarkierung begonnen.“ Heute sind für den Betrieb 49 Mitarbeiter tätig, sieben von ihnen in der Verwaltung. Das Team sei in den letzten Jahren immer weiter gewachsen. Deshalb suche man auch jetzt nach engagierten Auszubildenden, gibt Weber zu Protokoll. Seit 2001 arbeitet sie für Ruch und seit 2007 in ihrer jetzigen Funktion.

Aufträge von der öffentlichen Hand

Sie und Hagen sind sich einig, dass das Wachstum irgendwo seine Grenzen hat. „Wir sind von der öffentlichen Hand abhängig, bekommen von ihr unsere Aufträge“, erklärt Hagen. Zu Jahresbeginn, im Januar und Februar, bewirbt sich der Betrieb mit einem von Geschäftsführer Hagen ausgearbeiteten Angebot, auf öffentliche Ausschreibungen von Ämtern und Behörden. „Wenn wir einen Auftrag erhalten, wird dieser von einem unserer zwei Bauleiter bearbeitet“, beschreibt Hagen den nächsten Schritt. Jeder Bauleiter habe drei- bis fünf- und mehrköpfige Kolonnen beziehungsweise Markierungstrupps unter sich, die vor Ort den Auftrag abarbeiten. Vor Ort erhalte man vom Auftraggeber die Anweisungen, wo genau die Markierungen anzubringen sind. Da während der Corona-Pandemie viele Mitarbeiter der Auftraggeber im Homeoffice waren, „musste der Markierungsbeginn mitunter schon einmal verschoben werden, da uns niemand vor Ort einweisen konnte“, erinnert sich Hagen. Sein Fazit für die vergangenen zwei Corona-Jahre: „Es lagen ein paar Steine im Weg, wir mussten Anpassungen vornehmen und es lief nicht ganz so rund wie in normalen Jahren.“

Die Aufträge der Firma Ruch sind ganz unterschiedlich: „Vom kleinsten Parkplatz bis hin zur größten Autobahn – wir markieren alles“, sagt Hagen. Je nach Umfang dauert es einen Tag bis sechs Wochen, bis der Auftrag abgearbeitet ist. „Unser Einzugsgebiet umfasst einen Umkreis von etwa bis zu 250 Kilometern“, informiert Weber. Bei kleineren Aufträgen „arbeiten unsere Trupps gleich mehre an einem Tag ab“. Dann sei eine gute Koordination gefragt. In der näheren Umgebung sei man jedes Jahr auf Teilstücken der B9 oder auch auf der A61 im Einsatz. Neben Straßen würden unter anderem auch Schulhöfe und Radwege markiert. „Radwege sind immer mehr im Kommen“, weiß Geschäftsführer Hagen. Er ist seit mehreren Jahren in der Branche und seit 2007 bei Ruch.

Hohe Anforderungen an Mensch und Material

Die öffentliche Hand greift bei der Auftragsvergabe ausschließlich auf zertifizierte Unternehmen zurück. Dabei müssten nicht nur die Maschinen zertifiziert sein. „Unsere Mitarbeiter besuchen regelmäßig Schulungen. Darüber hinaus finden jährlich bei uns im Haus Unterweisungen statt, die von externen Unternehmen durchgeführt werden“, berichtet Hagen. Die Anforderungen an das Unternehmen sowie an die zu verarbeitenden Materialien seien entsprechend hoch, um dem hohen Stellenwert der Fahrbahnmarkierung als Verkehrszeichen gerecht zu werden. Um zu funktionieren, müsse die Fahrbahnmarkierung mehrere Kriterien erfüllen: Sie muss bei Tag und Nacht gut sichtbar sein, darf nicht rutschig sein, muss Regenwasser gut ableiten und möglichst lange halten.

Straßenmarkierungen erfolgen meistens nachts, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern.
Straßenmarkierungen erfolgen meistens nachts, um den Verkehr möglichst wenig zu behindern.
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