Kreis Germersheim Maas besucht Flüchtlinge
„Wenn ich vorher hier gewesen wäre, hätte ich in Heidenau von hier erzählt,“ lässt Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) auf der zweiten Station seiner Südpfalz-Tour im Hinblick auf seinen Besuch vor einigen Tagen in der sächsischen Kleinstadt verlauten. „Für mein emotionales Gleichgewicht ist es gut zu sehen, dass es auch anders geht.“
Der Bundesjustizminister reiste zusammen mit der südpfälzischen SPD-Politprominenz nach Schaidt, um die dortige Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen Landgasthof „Zur Linde“ zu besuchen. Am 28. März zogen dort die ersten Flüchtlinge ein, mussten aufgrund von Brandschutzauflagen jedoch zeitweise in der jetzt gesperrten Turnhalle und in Kandel unterkommen. Nach schnellem Umbau mit Brandmeldeanlage mitsamt Aufschaltung zur Feuerwehr, Brandschutztüren und neuen Fenstern ist das Haus in Sachen Brandschutz jetzt in topmodernem Zustand. Die Umbaukosten hat Vermieter René Skacel getragen. Er kümmert sich zusammen mit seiner Lebensgefährtin Janine Fischer und weiteren ehrenamtlichen Helfern um die derzeit rund 20 Flüchtlinge - darunter fünf Kleinkinder und eine schwangere Frau. Sie stammen unter anderem aus Syrien, Eritrea, Somalia, Mazedonien und Aserbaidschan. Für insgesamt 35 bis 40 Personen sei Platz. Am 15. September kommt eine dreiköpfige Familie aus Albanien dazu. Morgens macht Skacel seine Runde im Haus, mittags schaut Fischer, neben Halbtagsjob und zwei Kindern, vorbei und auch einen Hausmeister gibt es. Zu großen Problemen sei es bisher nicht gekommen. Als zwei Syrer, die in einem Zimmer lebten, sich nicht so gut verstanden, wurden sie in andere Zimmer verlegt. Dies konnte kurzfristig mit dem Mieter, der Stadt Wörth, umgesetzt werden. Bei der Verteilung der Personen auf die Zimmer dürfen Fischer und Skacel aber sonst nicht groß mitreden. „Wir hätten ein wenig anders verteilt“, erklärt Fischer. In Schaidt seien die Flüchtlinge gut aufgenommen worden und werden nicht als Asylbewerber, sondern als „neue Mitbürger“ bezeichnet. Skacel erklärt Maas, dass er von überall dort, wo es „ähnlich gelebt wird“ von keinen Problemen gehört habe. Herbert Hauck, stellvertretender Ortsvorsteher, erklärt, dass die in Teams organisierten Helfer die Flüchtlinge besuchen und bei Behördengängen und Arztbesuchen helfen. Auch gebe es Kontakte zu Sportvereinen und eine Stunde Deutschunterricht täglich, auch wenn noch kein Anspruch besteht. (arst)