Lingenfeld RHEINPFALZ Plus Artikel Lingenfelder Renate und Nunzio D’Ambrosio feiern diamantene Hochzeit

In ihrem Garten in Lingenfeld: Renate und Nunzio D'Ambrosio.
In ihrem Garten in Lingenfeld: Renate und Nunzio D'Ambrosio.

Am Aschermittwoch ist alles vorbei? Pustekuchen! Heute wird bei Renate und Nunzio D’Ambrosio aus Lingenfeld gefeiert – und am Samstag in größerem Rahmen im „Pfälzer Hof“ in Mechtersheim. Grund: Das Paar ist seit 60 Jahren verheiratet. Diamantene Hochzeit!

Am 26. Februar 1960 sagten die beiden zuerst im Standesamt Ludwigshafen, dann in der katholischen Sankt-Gallus-Kirche in Friesenheim zueinander Ja. Mit zwölf Personen feierten die frisch Vermählten ihre Hochzeit in einer Gaststätte und zu Hause in der Sternstraße in Friesenheim.

Renate Adamski, wie die heute 81-Jährige vor der Hochzeit hieß, ist gebürtige Oberschlesierin, zog 1945 von Oberweiden ins thüringische Bendeleben und 1958 nach Ludwigshafen. Der 82-jährige Nunzio stammt aus Frigento – 80 Kilometer südlich von Neapel. Er kam 1957 nach Deutschland, lebte erst in Frankenthal und zog kurze Zeit später „wegen der Arbeit“ in der BASF in die Eckermannstraße nach Friesenheim. Und wer wohnte dort noch? Richtig: Renate – schräg gegenüber.

„Ich hatte nicht die Absicht zu bleiben, wollte nach Italien zurück“, sagt Nunzio. „Dann hat er mich kennengelernt“, betont Renate, die in einer Metzgerei arbeitete und später Hausfrau war. Das „schöne Mädel mit schönen blonden Haaren“ beeindruckte den Italiener: „Ich glaube, ich habe sie angesprochen“, meint er sich zu erinnern. „Er hat mir gefallen, seine ganze Art. Er war nett, ruhig, hatte schönes schwarzes Haar“, erinnert sich Renate. Folge: Als er sie zum Kinobesuch einlud, hat sie „gleich Ja gesagt“. Danach ging’s noch ins Eiscafé. In der Folgezeit trafen sie sich immer öfter. Aber: Mit dem ersten Kuss ließen sich beide „ein paar Monate“ Zeit: Auf dem Heimweg vom Eiscafé, in einem Park, muss es geschehen sein.

Wünsche am Trevi-Brunnen

Im Juni 1959 nahm Nunzio seine Renate zu seinen Eltern nach Italien mit: „Sie wurde von meiner Familie sehr gut aufgenommen“, betont er. Renate bestätigt das: „Die waren sehr sympathisch, fleißige Leute.“ Zunächst ging es mit dem Zug aber nach Rom. Und was machen Verliebte dort? Sie werfen Münzen in den Trevi-Brunnen. Deren Wünsche: Dass es finanziell besser wird, sie gesund und zusammenbleiben.

Auch wenn beide von gesundheitlichen Problemen nicht verschont blieben, sind sie seit 60 Jahren glücklich miteinander verheiratet – und stolz auf ihre Familie: die Tochter, den Sohn, die drei Enkel und die fünf Urenkel: „Besser könnte es gar nicht sein.“ Bevor das Paar 1973 in die Klosterstraße nach Lingenfeld zog, dort das ältere Haus modernisierte, wohnte es in Edigheim.

Seit 1994 ist Nunzio Rentner. Er fuhr früher oft Rad, kegelte, beteiligte sich mit Erdnuss-Pflanzen an der RHEINPFALZ-Gartenolympiade und arbeitet heute noch gerne im Garten. Renate hat das früher auch gerne getan, viele Pullover gestrickt und liebt Rätsel. Der Italien-Urlaub ist für beide obligatorisch. Sie hoffen, dass es auch dieses Jahr wieder klappt.

x