Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

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Ich hoffe, es ist nicht nur den Verkehrsexperten klar, was es bedeutet, wenn sie in ein sensibles Waldgebiet mit dem Schutzstatus FFH (Fauna Flora Habitat) eine für den Autobahnbetrieb taugliche Brücke einbetonieren. Soll die schöne Südpfalzregion, die noch für den Fremdenverkehr sehr attraktiv ist, in ein zweites Ruhrgebiet umgewandelt werden? Hier geht es nicht nur um eine Brücke im Bienwald, wenn man die Zusammenhänge der aktuellen Planungen erkennt. Es soll die zweite Rheinbrücke gebaut werden, die B9 zwischen Kandel und Lauterbourg soll mitten im Bienwald zur Autobahn ausgebaut und auch die B 10 wird nach alt bekannter Salamitaktik langsam zwischen Landau und Pirmasens in eine Autobahn umgewandelt. Es soll, wie im RHEINPFALZ-Artikel durch die Kooperation mit Frankreich angedeutet wird, ein Internationales Autobahnkreuz direkt von unserer Nase entstehen! Dieses, die A5 entlastende Autobahnkreuz muss sehr wahrscheinlich in den folgenden Jahren weiter ausgebaut werden. Dann wird wieder gesagt – wenn aber die A65 achtspurig ausgebaut ist, wenn die dritte oder vierte Rheinbrücke gebaut ist – aber dann ist endlich eine freie Fahrt möglich. Leider ist dies ein Trugschluss! Wir brauchen uns nur in Ballungsgebieten umzuschauen, dann wird klar, dass nach ein paar Jahren auch auf der acht-spurigen Autobahn alle brav hintereinander im Stau stehen. Die Lösung liegt in der Verkehrsvermeidung – und das fängt bei der Produktion von Gütern an! Die Frage ist: Welche Verwandlung unserer Landschaft wünschen wir uns? Möchten wir weiterhin eine lebenswerte, schöne Umgebung in der Südpfalz – oder Autobahnen, die uns mit Lärm und verschmutzter Luft belasten? Wollen wir wirklich mit den Lkws im Stau stehen, der nach dem Brückenbau, der zweiten Rheinbrücke und all den Autobahnen wieder entstehen wird – oder wollen wir lieber die Lkws auf die Bahn verlegen? Sind die Lkws auf der Bahn, können wir im Bienwald Luft holen und uns vom Stress des Alltags erholen. Wer den Verkehrsplanern glaubt, dass die Menschen mit Stuttgart 21 glücklich sind, der sollte einmal jemanden aus Stuttgart interviewen. Diese Menschen leiden unter Lärm, Dreck, Gestank und das nicht nur über Jahre, denn auch nach dem Umbau wird noch mehr Verkehr entstehen – so wie in anderen Ballungsgebieten. Wenn ganz Deutschland zubetoniert ist – haben wir dann alle Probleme gelöst? Nein: viele Menschen möchten die Lkws runter von den Straßen und zwar dauerhaft! Jegliche Vorsorgemaßnahme muss die Lebensqualität der Menschen einplanen. Lebensqualität entsteht jedoch nicht zwischen Autobahnkreuzen, wie sie hier in unserer schönen Südpfalz gebaut werden sollen – oder kennen die Verkehrsplaner jemanden, der Urlaub im Autobahnkreuz macht? Lebensqualität entsteht sicherlich nicht nur bei mir, wenn ich in unseren Wäldern – ohne Lärm durch Autobahnen – wandern kann. Den Bienwald sollen bitte auch unsere Kinder noch erleben dürfen. Vielen Dank an alle Menschen, die mithelfen, unsere Natur zu erhalten und den Schwerlastverkehr lieber auf die Schienen verlegen. Vorsorge für unseren Bienwald oder Autobahn? Es ist besorgniserregend, zu lesen, dass wieder einmal Natur und Tiere geopfert werden sollen. Wie lange wird es dauern, bis wir alle zusammen – sowohl die Bevölkerung als auch die Konzerne mit den Straßenlobbyisten – umdenken? Vorsorgen geht immer nur im Einklang mit der Natur – alles andere ist Zerstörung. Klar ist, dass der Brückenbau keine Vorsorge für uns Menschen, Tiere und Natur ist, sondern allein deren Zerstörung bewirkt. Genau das macht die geplante Autobahn mit unserem schönen Bienwald, der, wenn er an dieser Stelle nochmals zerschnitten wird, als zusammenhängender Lebensraum nicht mehr existiert. Genau diesen zusammenhängenden Lebensraum benötigen jedoch die Tiere im Wald. Der geplante Autobahnausbau ist mit einer Amputation vergleichbar. Wird einem Mensch ein Bein oder ein Arm abgeschnitten, so ist dieser dennoch lebensfähig – wenn auch eingeschränkt. Wird der Mensch jedoch quer durch den Leib und mitten durchs Herz zerschnitten, stirbt er. Ähnlich verhält es sich mit dem Lebensraum im Bienwald. Die A 65 zerschneidet den Bienwald bereits massiv und schädigt den natürlichen Lebensraum. Stellen wir uns lieber eine lebendige Natur vor, in der nicht nur die Wildkatze, sondern tausende andere wundervolle Tiere leben können. Denn noch gehört der Bienwald zu den letzten großen zusammenhängenden Waldgebieten – und so soll es auch bleiben. Güter können spielend leicht mit der Bahn transportiert werden – was den Flächenverbrauch und die schweren Unfälle minimiert. Dass die Industrie die Lkws auf die Schiene verlagern kann, zeigt uns die Schweiz. Startet zum Beispiel ein Lkw in Nordeuropa (Dänemark) in Richtung Sizilien (Italien), dann fährt er auf der Autobahn bis zur Schweizer Grenze. Dort wird der LKW auf die Bahn verladen! Durch die gesamte Schweiz rollt der Schwerlastverkehr (Lkw) leise, umweltfreundlich und ohne Verkehrstote. Ab Italien wird der Lkw wieder auf die Straße gebracht und verstopft dort – wie auch bei uns in Deutschland, wieder die Autobahn. Was die Schweiz kann, das sollten doch Deutschland, Italien und so weiter auch können! Hier sollten wir wirklich Vorsorge treffen – und unsere Straßen möglichst vom Lkw-Verkehr befreien. Das würde uns die schweren – leider oft tödlichen Lkw-Unfälle ersparen und nebenbei die Wildkatzen retten. Ich persönlich wünsche mir, dass die Straßenplaner vernünftig für die Menschen und Tiere planen und am besten mit den Planern der Bahn eng zusammenarbeiten. Am besten für alle ist es, wenn auch die Straßenlobbyisten vorsorgen und in Zukunft in menschen- und naturfreundliche Projekte investieren. So sollen auch unsere Kinder einmal die herrlich fotografierten „Baumgesichter“, wie sie gerade in einer Buchvorstellung im Wörther Rathaus vorgestellt werden, noch in unserem schönen Bienwald ansehen können. Das ist nur möglich, wenn die Bäume und der Wald erhalten bleiben! Vielen Dank, dass die Straßenbefürworter eine so „gute“ Vorsorge planen – wir Menschen möchten jedoch gerne eine Vorsorge, in der wir und unsere Kinder noch einen Wald erleben und genießen können. Der Kommentar ist einseitig und wenig substanziiert. Gehrlein liegt meines Erachtens richtig, wenn er erst genauere Vorstellungen entwickelt haben möchte, bevor teure Planungsaufträge – quasi ins Blaue – erteilt werden. Die Kommentatorin zeigt Folgen auf, die sich so absolut nicht ergeben. Der Zuschuss würde bei einer Verzögerung nicht wegfallen, er würde ein Jahr später ausgezahlt, der Zinsverlust wäre gering, aber man hätte sich die Chance erhalten, mehrere hunderttausend Euro zu sparen. Im Übrigen ist das größte Problem noch gar nicht genannt; Voraussetzung für die Genehmigung des Zuschusses ist eine gesicherte Rechtsposition der Gemeinde gegenüber dem Grundstückseigentümer, der katholischen Kirche; ohne entsprechende Vereinbarung gibt es auch keinen Zuschuss. Bei so wichtigen Dingen ist absolut kein Raum für eine Basta-Entscheidung, insbesondere dann nicht, wenn die politische Mehrheit bisher offensichtlich geschlafen hat; der zusätzliche Bedarf hat sich doch nicht plötzlich erst in den letzten drei Monaten ergeben. Deshalb gebührt der Wählergruppe Gehrlein ein Sonderlob, reklamiert sie doch nur Selbstverständliches, nämlich verantwortungsbewusstes Umgehen mit Steuergeldern.

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