Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

Eine tolle Idee fänden es sicher alle Anwohner des Hufeisens, wenn das nächste Techno-Open-Air-Festival in Fronte Lamotte stattfände! Sicherlich nicht ohne Bedauern und Mitgefühl für die Anwohner von Fronte Lamotte! Denn 9 Stunden Techno-Beschallung strapaziert jedes Musikverständnis über Gebühr! Nun ist es sicher so, dass in über 20 Jahren Kultursommer im Hufeisen nicht nur Klänge zu vernehmen waren, die allen gefielen. Aber sie hatten den riesigen Vorteil, dass sie nach 1 bis 2 Stunden zu Ende waren! Nicht so dieses Techno Festival, dem die Anlieger 9 Stunden ausgeliefert waren! Hoffentlich überlegt sich die Stadt für die nächste Techno-Veranstaltung, dass sie diesem Happening den erforderlichen Raum verschafft, vielleicht am Sondernheimer Baggersee oder am Rhein, wo die nächsten Häuser nicht 50 Meter Luftlinie entfernt sind! Endlich jemand der den richtigen Durchblick hat, ein richtiger Oberindianer. Gott sei Dank stellt er fest, dass nicht alle Südpfälzer dumm sind, ob bei der Demo dabei oder nicht, aber blöd hält er sie alle. Dass Menschen die fast tagtäglich in den Staus stehen und viele Stunden ihrer Freizeit verlieren als private Wehleiden zu beklagen, kann nur behaupten, wer diese Situation nicht kennt. Hier werden Menschen verhöhnt, die täglich die Brücke überqueren müssen um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Wer das Risiko einer einzigen Brücke im Raum Südpfalz/Karlsruhe nicht erkennt, sollte anderen Menschen keine Ratschläge erteilen wollen. Alle anderen Ratschläge sind naiv und weltfremd. Die in den nächsten Jahren geplante Reparatur der Brücke wird ein Chaos verursachen, eine durch einen Unfall bedingte unvorhergesehene Sperrung jedoch eine Katastrophe. Erst einmal: Es waren nicht die „dummen“ Südpfälzer, die für eine zweite Rheinbrücke demonstriert haben. Sie haben eine große Anzahl schweigender Sympathisanten hinter sich. Zum „Problem 1“ gebe ich dem Leserbriefschreiber recht. Würde der Knielinger Pförtner aufgehoben, könnte der Verkehr nach Knielingen besser abfließen. Der Verkehr zur Südtangente wäre dann schon etwas ausgedünnt. Allerdings übersieht er dabei, dass für die Ausfahrt der Raffineriestraße eine Brücke gebaut werden müsste, da die Tankzüge nicht mehr wie bisher auffahren könnten, weil die Fahrspur für die zügige Ausfahrt nach Knielingen benötigt wird. Die Betrachtung zur Ertüchtigung der Schiene („Problem 2“) geht völlig fehl. Würde ein zweites Gleis zwischen Winden und Wörth verlegt und die Bahnstrecke Wörth - Neustadt elektrifiziert, wäre der Engpass an der Bahnstrecke über die Rheinbrücken nicht beseitigt, der mehr Verkehr überhaupt nicht zulässt. Bei ausgebauter Strecke müsste sogar befürchtet werden, dass die Bahn Güterzüge linksrheinisch nach Karlsruhe umleitet. Dazu kommt, dass die Karlsruher Verkehrsbetriebe mehr Verkehr nicht gewährleisten können, weil Züge und Fahrer fehlen. Das könnte Herrn Dr.-Ing. Götz eigentlich bekannt sein. Es wird ja oft genug in der RHEINPFALZ darüber berichtet. Problem 3: Wer für eine zweite Rheinbrücke ist, verlangt diese nicht aus Jux und Tollerei. Herr Götz kann sich ja mal ansehen, wie der Verkehr über die Rheinbrücke aussieht, wenn sie in Kürze „ertüchtigt“ wird und nur zwei Richtungsfahrbahnen zur Verfügung stehen. Nein, eine zweite Rheinbrücke ist erforderlich, die aber nur Sinn macht, wenn sie auf die B36 mündet. Kommt es einmal dazu, dass die jetzige Rheinbrücke aus wichtigem Grund gesperrt werden muss, kann niemand verlangen, dass der Verkehr über Germersheim oder Iffezheim umgeleitet wird. Wenn Herrn Dr.-Ing. Götz also noch intelligente Lösungen einfallen sollten, die das oben gesagte berücksichtigen: Vielleicht findet er das „Ei des Kolumbus“. Die Südpfälzer wären ihm dankbar.