Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-wörth:
Haben Sie Dank für Ihren Kommentar „Leiharbeit abschaffen“! Endlich reagiert der Betriebsrat der Daimler AG in Wörth und setzt sich für die Leiharbeiter ein. Für die 350 entlassenen Leiharbeiter, die vor Weihnachten auf die Straße gesetzt wurden, galt dieses Privileg leider nicht. Weder Politiker oder Gewerkschaft haben sich über diese Unmenschlichkeit empört. (...) Etwas, das mittlerweile ein Ausmaß annimmt, welches vollkommen ausgeufert ist! Ist es möglich, dass Frau Klöckner mehr Verständnis für das Unternehmen zeigt als für die Situation der Leiharbeiter und mit dem Hinweis auf schon eingestellte Leiharbeiter die Sache abtut? Wenn es möglich ist, Leiharbeiter vier Jahre zu beschäftigen und niemand stört sich daran, wenn die Arbeiter von heute auf morgen auf die Straße gesetzt werden, dann stimmt etwas nicht in diesem unseren Land. Wenn sich nur oder „Gott sei Dank“ ein Herr Geißler über einen solchen Umgang mit Menschen, die Familien haben, empört, dann ist das mehr als unverständlich für mich. Auf die Frage, weshalb sich die entlassenen Arbeiter nicht wehren, wurde mir erklärt, dass diese Arbeiter darauf hoffen, sollte das Unternehmen Daimler plötzlich wieder Arbeiter benötigen, dass sie wieder eingestellt werden, da sie ja schon eingearbeitet sind. Natürlich wieder als Leiharbeiter. Mich macht das einfach fassungslos. Papst Franziskus prangert die Vergötterung des Geldes im Kapitalismus an, die zur Gleichgültigkeit der reichen Menschen führt. Möglicherweise ist da etwas Wahres dran? Oder hat er eben nur keine Ahnung? Ich bitte und erwarte von der Politik, dass sie sich mit dem gleichen Engagement um die eigene Bevölkerung kümmert und einsetzt, wie dies bei den Flüchtlingen geschieht. Da ich selbst seit vier Jahren für Flüchtlinge arbeite, kann mir also niemand eine rechte Gesinnung unterstellen. Hätte mir vor einem halben Jahr jemand erklärt, wie mächtig die Wirtschaft bei uns ist, ich hätte es nicht für möglich gehalten. Leider wurde ich eines Besseren belehrt. Heute habe ich und viele andere mit mir das Gefühl, Politik ist nicht in der Lage oder willens, gegen diese Ausnutzung von Leiharbeit vorzugehen. Eine bittere Erkenntnis. Wie können wir da Vertrauen in Politik und Unternehmertum haben, wenn sich nur hinter vorgehaltener Hand über das gnadenlose Verhalten der Unternehmer empört oder geäußert und nicht laut dagegen protestiert wird! Der Landesbetrieb Mobilität kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen. Nicht nur, dass er In der Vergangenheit bekannt war, für das Fehlen jeglichen Fingerspitzengefühls bei erforderlichen Rodungsarbeiten, auch bei den durch großen Bürgerwillen geforderten Tempo-30-Zonen glänzte der Landesbetrieb Mobilität nur durch selbstherrliche (abschlägige) Entscheidungen. Nun aber sind wohl offenkundig Gesetze verletzt worden. Es wurden sechs Hektar Wald gerodet, ohne die erforderliche Erlaubnis hierzu. Das ist eine Schneise von 100 mal 600 Metern oder anders ausgedrückt die Fläche von 15 Fußballfeldern. In diesem Zusammenhang von „kommunikativer Diskrepanz“ zu sprechen ist ein Hohn. Und das auch noch für eine Maßnahme (Bau 2. Rheinbrücke), die überhaupt noch nicht beschlussreif ist. Weiterhin ist völlig unverständlich, wieso die Abholzung von einem alten Wald eine ökologische Ausgleichsmaßnahme sein soll. An anderer Stelle werden doch Wälder angelegt! Es ist zu hoffen, dass das Einschreiten unserer Forstamtsleiterin entsprechende Konsequenzen zeitigt und die Allmacht dieses Staates im Staat beseitigt wird. So wie jeder einzelne Bürger bei Verstößen gegen die Umweltgesetzte belangt wird, so muss das auch für einen Amtsleiter gelten.