Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-wörth:

Placeholder-Image

An zwei Tagen, Mittwoch 11. und Freitag 13. Februar, bin ich von Wörth in Richtung Germersheim auf der B9 gefahren. Beim ersten Mal und relativ wenig Verkehr habe ich entsprechend der Beschilderung brav bis auf 60 Stundenkilometer herunter gebremst. Beim zweiten Mal floss der Verkehr auf Grund höherem Aufkommens zäher. Beide Male weit und breit keine Fahrbahnverengung oder Baustellenaktivität; lediglich ein paar Warnbaken entlang der Leitplanken, von denen einige erneuert waren. Zu meiner Überraschung fuhren am ersten Tag andere Verkehrsteilnehmer, die die unsinnige Geschwindigkeitsbeschränkung anscheinend schon kannten, mir auf der linken Spur mit Geschwindigkeiten weit über 100 km/h „um die Ohren“. Hier sehe ich das eigentliche Problem: wenn Beschränkungen offensichtlich sinnfrei und derart übertrieben sind (60 km/h auf einer vierspurigen Straße !!!), ergibt sich eine gefährliche Mischung zwischen denen, die sich an die Geschwindigkeitsbeschränkungen halten und denen, die sie bewusst ignorieren. Nur damit ein in einiger Zeit bevorstehender Fahrbahnwechsel (?) „reibungslos ablaufe“, muss man meines Erachtens an den Tagen bis dahin, den Verkehr nicht auf 60 km/h verlangsamen. Warum hat man nicht wenigstens die 60 km/h Schilder beispielsweise in Fahrtrichtung gedreht oder sie verhängt? Ich habe mir nicht die Augen gerieben, sondern verwundert an den Kopf gelangt. Der Kommentar von Andreas Lapos – „Gemeinsam! Selbstverständlich“ zur gegenwärtigen Diskussion in Sachen „Güterzug-Pläne der Bahn“ – lässt ebenso wie die Aussagen diverser Kommunalpolitiker auch, die notwendige Ausgewogenheit und globale Sichtweise auf das Gesamtproblem vermissen. Lapos spricht von einer Güterzug-Lawine und drückt sein Bedauern aus, dass diese für die Südpfalz nicht aufgehalten werden könne. Damit heizt er die von den Politikern verursachte emotional gefärbte und einseitig geführte Diskussion weiter mit an. Dabei wäre es dringend notwendig, das Thema zu versachlichen und über den eigenen regionalen Tellerrand zu blicken. Deutschland ist Transitland Nr. 1 in Europa und Exportvizeweltmeister. Von einem gut ausgebauten Verkehrswegesystem hängt existenziell unser Wohlstand ab. Dabei spielt die Nachhaltigkeit und Ökologie des Verkehrswesens eine immer wichtigere Rolle. Auch Herrn Lapos dürfte bekannt sein, dass die Bahn beim Güterverkehr einen unschlagbaren ökologischen Vorteil gegenüber dem Lkw hat. Nicht nur der Schadstoffausstoß ist um ein mehrfaches geringer. Durch die regenerative Energiegewinnung kann die Bahn mittlerweile ihren elektrischen Zugverkehr zu einem großen Teil emissionsfrei betreiben, was den Zielen der von Merkel versprochenen -Reduktion sehr entgegen kommt. Im Zeitalter schmelzender Polarkappen, unkalkulierbarer Wetterkapriolen sowie knapper Ressourcen gibt es zum schienengebundenen Güterverkehr auf der europäischen Nord-Süd-Achse keine Alternative mehr. Und dieser kann und wird um die Südpfalz keinen Bogen machen. Warum auch? Sind doch die bestehenden Strecken jetzt schon überlastet. Das St.-Florian-Prinzip und sture Verweigerungshaltung gewisser Politiker führt uns nicht weiter und mündet in Unverständnis und Politikverdrossenheit. Richtig ist ein gemeinsames Handeln im Sinne der SPD, das darin besteht, die vorhandenen Kräfte zu bündeln. Aber bitte konstruktiv! Im Sinne ökologischer Erfordernisse und einer Gleichbelastung aller betroffener Bürger, kombiniert mit maximalen Lärmschutzprogrammen, das sowohl von Seiten der Bahn als auch der Gemeinde zu erbringen sind.

x