Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

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Die Idee unsere Kinder auf sicherstem Weg zur Schule zu bringen ist generell nicht schlecht. Doch wie sieht es dann aus, wenn sie den Zug an der Haltestelle „Mozartstrasse“ verlassen. Da wird dann nicht mehr von Sicherheit gesprochen. Man stelle sich die „kleinen“ Fünftklässler vor, wie sie in einem Pulk von nahezu 200 Schülern die Bahn auf einem engen Bahnsteig verlassen. Dann müssen ja alle auch noch irgendwo die Straße überqueren. Der dann beginnende Schulweg ist unserer Meinung nach sehr unsicher, da es hier keine Zebrastreifen oder Fußgängerampeln an einer vielbefahrenen (Autos und Straßenbahn) Straße gibt. Wenn die Kinder dann einen sicheren Weg zu Schule gefunden haben, ist dieser Weg um ein paar Minuten länger und somit kommen schon die ersten Kinder zu spät zum Unterricht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Lehrkräfte davon begeistert sind, wenn in einigen Klassen bis zu einem Drittel der Schüler erst „pünktlich“ zum Unterrichtsbeginn ankommt. Wo doch eigentlich gewünscht ist (zumindest an der IGS Wörth), dass die Kinder bereits um 7.55 Uhr im Klassenraum ankommen sollen um sich noch ein wenig auszutauschen und um ihre Schulsachen bereit zu legen, damit dann tatsächlich um 8.05 Uhr der Unterricht beginnen kann. Und wo wir schon beim Thema Sicherheit sind: Wer beschützt unsere Kinder vor eventuellen Übergriffen (Gelderpressung/ Drogen) durch ältere Mitschüler, wenn kein Busfahrer mehr ein Auge auf die Kinder werfen kann? Wer hilft dann unseren Kindern im Ernstfall? Etwa die anderen Mitschüler? Aus Angst sicher nicht! Hat sich auch mal jemand Gedanken darüber gemacht, was mit den Kindern passiert die später Schule haben beziehungsweise wo früher die Schule endet, fährt da weiterhin der Bus oder müssen die Kinder dann mit dem „frühen“ beziehungsweise „späten“ Zug nach Hause fahren? Gespart wird mal wieder an unseren Schulkindern da diese ja keine große Lobby haben. Außerdem wo wird denn gespart wenn ein Ersatzbus für die Berufspendler eingesetzt wird? Schon 2010 wollte die KV Germersheim die Schüler vom Bus auf die Schiene bringen. Das scheiterte jedoch am Widerstand der Eltern. Dieser Widerstand dürfte immer noch da sein. Auch wenn die Kinder nicht mehr in Wörth umsteigen müssen, der Schulweg im Zug wird dadurch auch nicht viel sicherer. Im Bus kann der Busfahrer den Businnenraum übersehen und persönliche Übergriffe sofort vereiteln. Im Zug sieht kein Mensch, wer sich im Zugabteil befindet und was dort passiert. Praktisch sind die Kinder dort allein und ohne Schutz. In der heutigen Zeit ein schwerwiegendes Argument gegen den Zug und für den Bus. Um große Einsparungen kann es sich ja nicht handeln, wenn die ganzen Kinder mit Zubringerbussen an den Bahnhof gefahren werden müssen. Zudem kommt auch noch, dass für die Berufstätigen, damit sich das Angebot für diese nicht verschlechtert (es genügt ja, wenn es sich für die Kinder verschlechtert), ein Ersatzbus ab Scheibenhardt über Neulauterburg, Berg, Neuburg und Hagenbach zur Verfügung gestellt wird. Da fragt man sich doch, wer sich solche kuriosen Pläne ausdenkt und dafür auch noch aus Steuergeldern bezahlt wird. Eine große Ersparnis kann da ja wohl kaum heraus kommen. Man fragt sich doch hier, was, bitteschön, ist der Kreisverwaltung Germersheim die Sicherheit unserer Kinder wert? Kann man das in Zahlen ausrechnen? Die Berufstätigen bekommen einen Zusatzbus und den Kindern wird der Schulbus gestrichen! (...) Als ich heute morgen den ersten Satz der Polizeinotiz las, waren meine Gedanken nicht gerade freundlich. Aber der Bericht ging ja noch weiter. Ich möchte der Mutter des 8-Jährigen meinen Respekt aussprechen, dass sie mit ihrem Sohn diesen schweren Gang zu dem Geschäft unternommen hat. Niemand hatte was beobachtet und sie hätte sich und ihrem Sohn die unangenehme Situation ersparen können. Dass sie ihn aber gelehrt hat, für seine Fehler geradezustehen, und ihn dabei unterstützt hat, ist in meinen Augen der richtige Weg, mit solchem „Fehlverhalten“ seines Kindes umzugehen. Herr Schmitt aus Rheinzabern bedankt sich bei Herrn Kremer für die Artikel „Hagenbachs Jüdische Familien“. Dieses möchte ich ausdrücklich unterstützen, denn mit solcher Sachkunde und Kontinuität geschieht die Erinnerung an die schlimmsten Zeiten, die man sich vorstellen kann, nur selten. Und standhaft zeigt da jemand denjenigen, die vor diesen Themen endlich Ruhe haben wollen, dass Erinnerungskultur gepflegt werden muss, damit wir folgenden Generationen sagen können: So war es, das darf nie mehr vorkommen. Man denke nur an die Bilder, wie Wachleute gerade kürzlich Flüchtlinge behandelt haben. Ich habe eine Reise nach Auschwitz hinter mir. Fatale Ähnlichkeiten..., so fing es an: Missachtung der Menschenwürde. Die ersten Häftlinge, die nach Auschwitz kamen, waren sogenannte „Funktionshäftlinge“ – oft Kriminelle mit sadistischen Energien. Diese konnten als sogenannte Kapos mit „ihren“ KZ-Häftlingen tun und lassen, was sie wollten. Unglaublich, dass heute so ein „Ausgeliefertsein“ in der „zivilisierten, wohlorganisierten Bildungsrepublik Deutschland“ noch vorkommen kann. Ich bin schockiert! Genau deswegen fahre ich als Lehrer der IGS Kandel immer wieder zu Gedenkstätten – wir tun dies immer mit einem ganzen Jahrgang, damit jeder einmal davon gehört hat, wenigstens.

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