Kreis Germersheim Leserbriefe an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

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Unsere Mütter, 92 und 89 Jahre alt, sind seit zweieinhalb beziehungsweise drei Jahren Bewohner des Pfarrer-Johann-Schiller-Hauses in Wörth. Wir haben dieses Heim nach langer Suche in der Region ausgewählt und sind nach wie vor von der Qualität der dort geleisteten Arbeit überzeugt. Trotz einer oftmals engen Personalsituation gehen die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen liebevoll und kompetent mit den Bewohnern um, die Pflege ist insgesamt gut, und wenn es mal Probleme gibt, ist die Pflegeleitung Kritik gegenüber aufgeschlossen und um Lösungen bemüht. Die grob pauschalisierende Überschrift „Angehörige sind mit der Pflege unzufrieden“ weisen wir entschieden als unfair zurück. Natürlich ist die Personalsituation im Heim und auf dem ganzen Markt angespannt, natürlich ist, wie im ganzen Dienstleistungssektor, nicht jede Mitarbeiterin/jeder Mitarbeiter gleich gut, aber insgesamt haben wir den Eindruck, dass sich dieses Pflegeheim nicht hinter anderen verstecken muss. Wenn an jemandem Kritik zu üben ist, dann am Träger, dem Landesverein für Innere Mission. Die Tatsache, dass es mittelfristig keine Heimleitung in Vollzeit gibt, ist unbefriedigend und für den Fall der Erkrankung mehrerer Mitarbeiter würden wir uns den effektiven Einsatz von Springern wünschen. Die Bürgerinitiative (BI) Graf Sponeck bedankt sich für die zweimalige Veröffentlichung des Bildes vom ehrenden Gedenken an die Ermordung Graf Sponecks, auch wenn die Redaktion vermutlich eine andere Botschaft damit übermitteln will als die BI zum Ausdruck gebracht hat. (...) Vor Ort beim Gedenkstein haben 151 Personen die Resolution unterzeichnet, in nur knapp drei Tagen insgesamt 564 Personen, die Bundesministerin Dr. von der Leyen und den Stadtrat Germersheim bitten, „unabhängig voneinander selbstbewusst in der Causa Sponeck zu entscheiden.“ Beide werden aufgefordert „Generalleutnant Hans Graf von Sponeck die ihm zugemessenen Ehrungen nicht zu entziehen“. Der Altersdurchschnitt von rund 61 Jahren relativiert den süffisanten Hinweis auf „meist ältere Menschen“, die nach unserer Verfassung jedoch vollwertige Bürger sind. Bemerkenswert, dass in den Tagen nach Abgabe der Listen sich noch Menschen zum Listeneintrag meldeten. Die Unterschriftslisten liegen inzwischen Ministerin von der Leyen und Bürgermeister Schaile vor. Für mich klingt in den Aussagen des Trauernden ein Vorwurf an die Gemeindeverwaltung an, den ich absolut dreist finde. Implizit wird hier unterstellt, dass gleich mehrere MitarbeiterInnen Niederschriften gefälscht und nachträglich den Unterlagen hinzugefügt hätten. Mir kommt es so vor, als wolle hier jemand auf Biegen und Brechen seine vormals - aus welchen Gründen auch immer - gefällte Entscheidung revidieren, was nun mal in diesem Fall gesetzlich nicht möglich ist. Wir können nicht froh sein, in einem Land zu leben, das durch Gesetze organisiert und strukturiert ist und diese dann anfechten wollen, wenn sie einmal nicht für uns sprechen. Vor dem Gesetz sind alle gleich, das hat nichts mit im Artikel vorgeworfener „Unmenschlichkeit“ zu tun. Die Tragik eines Trauerfalls mit medialem Druck dazu nutzen zu wollen, ein Gesetz zu umgehen, ist dagegen undemokratisch und egoistisch. Zudem finde ich es journalistisch fragwürdig, dass von einem Teil der betroffenen Personen der richtige Name genannt wird, andere Namen hingegen geändert wurden. Dadurch werden die Parteien von vornherein auf unterschiedliche Ebenen gestellt, die den Leser in seinem Urteil beeinflussen. Dessen sollte sich jeder bewusst sein.

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