Kreis Germersheim Leserbrief an die Lokalredaktion Germersheim - Wörth:

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Gott sei Dank sind die Südpfälzer nicht dumm, nämlich die allerallermeisten, die der dritten Demo fernblieben, und die einigen hundert, die dort wandelten. Alle können und werden eben bei ganz nüchterner Betrachtung zu dem Schluss kommen, dass es nicht weit her ist mit den Zitaten aus privaten Wehleiden, mit denen Ihr RHEINPFALZ-Artikel sich vollstopft, ganz im Verdummungsstil einer sattsamst berüchtigten Schmäh-Boulevardpresse aus Hamburg. Man will partout die Köpfe der denkenden Südpfälzer zunebeln mit dem wieder wiedergekäuten Gespenst einer „Brückensanierung“. Und dann andere nur Auto-Straßenbausprüche, wie am Stammtisch. Fachlich grotesk, falsch, unverantwortlich. So wirkt der Demo-Artikel als Stimmungsmache, hat nix an wirklichem „Argument für weitere Rheinbrücke(n)“. Sind das alles nicht eher Symptome der wirklichen Probleme? Die ganz woanders sitzen. Problem 1: Der heutige Stau kommt aus der geringen Kapazität hinterm Knielinger Pförtner und nicht der bestehenden Rheinbrücke. Da hinterm Pförtner kein Großstraßenbau möglich wird, würde der künftige Stau so sein wie der heutige, auch auf beliebig vielen Brücken. Groß-Problem 2: Es fehlt das Gesamt-Konzept für die Rheinquerung, mit Absicht (?). Aber im 21. Jahrhundert hat jedes Verkehrs-Großprojekt alle möglichen Verkehrsarten und -träger nüchtern zu betrachten mit Alternativen in Annahmen und Lösungen in allen Varianten und Kombinationen, und schließlich mit Kostenvergleich für Bau und Betrieb. Bei der Rheinquerung gehören unter anderem dazu Schiene und Straße. Und die Ertüchtigung der Schiene wird ausreichend Kapazität haben, um den Straßenstau aufzulösen, mit ganz erheblich weniger Kosten als ein Großstraßenbrückenbau und vor allem: in deutlich kürzerer Zeit einsatzbereit als jede Straßenlösung! Ist es nicht merkwürdig, dass seit Jahrzehnten der Schienenschluss des zweiten Gleises (12 Kilometer) Wörth-Winden, die Oberleitung Wörth-Landau-Neustadt/Pirmasens, die Stadtbahn von Karlsruhe in die große Südpfalz fehlen, ja verhindert wurden? Warum ist das so? Stattdessen Großbrücke! Mit Gschmäckle? Ein Schelm, wer als Südpfälzer Schlechtes dabei denkt. Aber nicht dumm. Groß-Problem 3: Bisher bekannte Meinung der (nicht aller) Akteure in Politik, Verwaltung, Großfirmen, Presse, und im sogenannten Bundes-Verkehrswegeplan ist leider immer noch: Priorität nur Auto-Großstraßenbau. Entweder sie denken jetzt weiter oder dieser Fehler dürfte sich schnell rächen in der nahen Zukunft. Wo maßgeblich sind: schwindende Erdöl-Reserven, immer teurer, zwingende CO2-Minderung im Verkehr mit unvermeidlicher Verkehrsvermeidung und -umlagerung, Stopp dem Landschaftsverbrauch und der Versiegelung. Solange diese 3 und einige Neben-Probleme nicht geklärt sind, ist alles Gerede und Geschreibe hin zu einer 2. Rheinbrücke nur falsch und unverantwortlich. Man darf Südpfälzer und Karlsruher nicht für dumm ausgeben und zu Demos vernebeln, bitte! Anm. der Redaktion: Die RHEINPFALZ berichtete vielfach und ausführlich über die Varianten und Alternativen der Rheinbrücken-Diskussion. Nicht nur, aber auch, über die persönliche Motivation der Demo-Teilnehmer.

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