Kreis Germersheim Leserbrief an die Lokalredaktion Germersheim-Wörth:

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So, nun ist es also heraus: im Lkw-Werk Wörth werden von heute auf morgen 350 Leiharbeiter auf die Straße gesetzt. Menschen, die bis zu fünf Jahre als Arbeiter in dem Unternehmen gearbeitet haben, Menschen, die alles gegeben haben, sich nicht trauten, ihre eigentlich zu lange Leiharbeitszeit anzusprechen, die trotz Krankheit arbeiten gingen, immer in der Hoffnung, übernommen zu werden und einen festen Arbeitsvertrag zu bekommen. Arbeiter zweiter Klasse, die modernen Sklavenarbeiter unserer Zeit! Sie bekommen kein Weihnachtsgeld, kein Urlaubsgeld, weniger Lohn trotz gleicher Arbeit. Sie schweigen, nehmen es hin, aus Angst, entlassen zu werden. Warum lässt die Politik einen solch menschenverachtenden Umgang zu? Wo sind die Gewerkschaften, die für diese Menschen eintreten? Wo die Medien, die diese Unternehmer an den Pranger stellen? Die all ihre Ungerechtigkeiten und Ungereimtheiten aufdecken und zur Sprache bringen! Die Verantwortlichen, die sich scheuen mit den Betroffenen zu reden oder sich mit ihnen auseinanderzusetzen, sie verschwinden in ihren Hinterzimmern nach der Ankündigung des Rausschmisses – und dann zu Recht dafür ausgebuht werden! Ein Vorzeigeunternehmen, das Millionen Gewinne macht – von der Politik hofiert. Sie würden diese Gewinne nicht machen, hätten sie diese Arbeiter nicht! Welch ein menschenverachtendes Verhalten! Wir empfinden tiefste Verachtung für ein solches Unternehmen. Wenn der Profit und die Gier über der Menschenwürde steht. Warum werden 350 Arbeiter so plötzlich entlassen? Liegt es daran, dass die Politik endlich gegen diesen Missbrauch handeln will? Dass Frau Nahles diesem Auswuchs der Ausbeutung durch gesetzliche Regelungen einen Riegel vorschieben und die Leiharbeit auf 18 Monate beschränken will? Ist das der Grund, 350 Menschen einfach auf die Straße zu setzen, damit man sie nicht einstellen muss? Kein Problem, die nächsten Leiharbeiter warten ja schon auf ihre Einstellung! Und das Spiel geht von vorne los! Wir erwarten von der Politik, diese unseriösen Machenschaften sofort zu unterbinden. Es geht hier um Menschen, die Familie haben, Häuser gebaut und Kinder haben. Wie unsensibel gehen Politiker und Unternehmer mit diesen Menschen um? Mit ihrer Menschenwürde, ihrem Selbstwertgefühl? Wir würden uns wünschen, dass endlich ein Aufschrei an Empörung durch die Medien und durch das ganze Land geht. Den Verantwortlichen, die so unverantwortlich handeln, wünschen wir ein gesegnetes Weihnachtsfest und die Hoffnung, dass ihr Gewissen sie nicht zur Ruhe kommen lässt!

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