Wochen-spitzen Leid in närrischen Zeiten

Kriegstreiber Putin.
Kriegstreiber Putin.

Während dieser Tage das närrische Treiben auf den Straßen vorherrschen sollte, wird am Rande Europas ein Land von einem Narren überfallen.

Von Krieg und Frieden

Wir sind mitten im Faschingswochenende und fast nirgends wird gefeiert – zumindest offiziell. Doch Narren wissen sich zu helfen und feiern trotzdem. Bloß eben vielleicht nicht in der Heimat. Aus gut unterrichteter Quelle weiß die RHEINPFALZ, dass es den einen oder anderen Narren der Lustavia erst kürzlich in die Hochburg des Karnevals am Rhein verschlagen hatte – nach Köln. Dort wurde geschunkelt und gesungen was Rücken und Bänke hergeben – eben nicht in großen Hallen, sondern in kleinen, feinen Kneipen. Straßenfasnacht, so wie es früher einmal war.

Und die Fasenacht früher, die Umzüge mit ihrer Kritik an der Kommunal- und Weltpolitik, ja die konnte sich allemal sehen lassen. Gerade die Straßenfasnacht hätte stattfinden können, hört man aus Bellheim. Maskierte Menschen, die in Gruppen durch die Straßen ziehen, Musik hören und Fußgruppen zuwinken und -prosten, die sich in ihren bunten Kostümen in den närrischen Lindwurm eingereiht haben. Das liest man zumindest in den Netzwerken. Und prompt kommt die Antwort: Karneval ist ein ernstes Geschäft und der Wagenbau geht halt mal nicht eben über Nacht. Beides stimmt. Also hoffen wir wieder einmal auf das nächste Jahr und darauf, dass die Straßenfasnacht nicht aus einem ganz anderen Grund ausfällt.

Ein Narr aus dem Osten

Denn in den vergangenen Tagen hat sich ein ganz besonderer Narr tief im Osten hervorgetan. Der Senior, der dieses Jahr seinen 70. Geburtstag feiern möchte, scheint nicht mehr ganz bei Sinnen zu sein. Mit seinem verkrampften Festhalten an längst vergangener Größe eines einst riesigen Landes, über Jahrhunderte zusammengewürfelt aus unterschiedlichen Republiken, überzieht er jetzt ein souveränes Nachbarland mit Krieg. Dabei beruft er sich angeblich auf die Geschichte, spricht dadurch einem Land die Existenz ab, und hat selbst aus der Geschichte nichts gelernt. Denn die Geschichte hat doch bereits wirklich mehrmals gezeigt, dass es für Aggressoren nie gut endet. Tage, Wochen, Monate – vielleicht sogar Jahre – scheinen diese auf der Siegerstraße und werden am Ende doch eingeholt. Am Ende wird „Zar Wladimir“ nicht mehr als eine Steilvorlage für Karnevalisten sein, trotz des ernsten Themas.

Denn die Auswirkungen des Krieges im Osten Europas, die Folgen der Vorbereitungen darauf, haben wir hier – weit entfernt von der Ukraine – schon zu spüren bekommen. Die Verbraucherpreise steigen: Lebensmittel, Energie und vieles mehr sind bereits teurer und werden noch teurer werden. Das mag vielleicht noch längere Zeit andauern. Die Wirtschaft wird leiden, es wird voraussichtlich wieder mehr Arbeitslose geben. Keine rosigen Zeiten stehen vor der Tür. Und das nicht nur weltweit, sondern vor allem auch im Land des Kriegsherrn selbst. Und dazu passt ein Zitat, das Abraham Lincoln zugeschrieben wird: „Man kann einige Menschen die ganze Zeit und alle Menschen eine Zeit lang zum Narren halten; aber man kann nicht alle Menschen allezeit zum Narren halten.“ Und davor haben die Autokraten und Oligarchen dieser Welt am meisten Angst.

Trotz der am Ende ernsten Gedanken, feiern Sie etwas. Bis Dienstagabend ist es erlaubt, närrisch zu sein. Die Realität holt uns alle schnell genug ein.

Ein schönes Wochenende

Ralf Wittenmeier

x