Kreis Germersheim RHEINPFALZ Plus Artikel Lehrer zwischen Hoffen und Bangen

Corona-Ampeln zeigen an, wann die Klassenzimmer gelüftet werden müssen.
Corona-Ampeln zeigen an, wann die Klassenzimmer gelüftet werden müssen.

Der Unterricht an den Schulen läuft weiter. Doch Coronafälle unter Kindern häufen sich. Die Inzidenz bei jungen Menschen unter 20 Jahren liegt im Kreis seit mehr als einer Woche über 1000. Die Sorge wächst, dass die Klassen ausdünnen und ins Homeschooling müssen. Für die Abiturienten gibt es bereits eine Ansage.

Lange Zeit hatte man an der Integrierten Gesamtschule (IGS) Rülzheim gar keine Ansteckungen mit Covid zu verzeichnen. Diese Woche sind es vier Fälle bei 850 Schülern. Schulleiter Jürgen von Randow hofft, dass es bei solchen vergleichsweise niedrigen Zahlen bleibt. „Wir haben bei uns ein starkes System installiert“, sagt er. Die Kinder müssen, wenn sie ihren Platz verlassen, Masken tragen und Abstände einhalten. Die Pausenhöfe sind aufgeteilt, damit es zu keinen Vermischungen der Kohorten kommt. Lediglich in den Klassen, aus denen momentan die Coronafälle stammen, gilt vollständige Maskenpflicht.

Aufs Homeschooling vorbereitet

Während es vergangene Woche an 56 Schulen in Rheinland-Pfalz zu Teilschließungen gekommen ist, weil zu viele Schüler erkrankt oder in Quarantäne sind, läuft an der IGS der Präsenzunterricht bislang wie gehabt weiter. Die Lehrkräfte seien durchgeimpft, teilweise auch schon „geboostert“, so dass Jürgen von Randow der vierten Welle mit starken Nerven entgegensieht. Lediglich dem Abiturjahrgang wird er Mitte Dezember, wenn sich die jungen Leute auf die Abschlussarbeiten vorbereiten, das Homeschooling anordnen. Damit sinke das Risiko, dass sie sich kurz vor der Prüfung noch anstecken. Vor einem Jahr ist die IGS technisch neu ausgestattet worden. Auch das schafft beruhigende Sicherheit: „Wir könnten jederzeit auf Homeschooling umstellen“, so von Randow.

Lehrer sind verunsichert

Ganz so gelassen sieht Schulleiter Alexander Ott an der Berufsbildenden Schule (BBS) Germersheim/Wörth einem etwaigen Wechsel auf Onlineunterricht nicht entgegen. Die Schule hat knapp 2000 Schüler und 40 Lehrkräfte. „Wenn die alle parallel auf Videokonferenz fürs Homeschooling gehen, würde unsere Netzleistung in die Knie gehen“, so Ott. Deshalb bleibt auch hier die Hoffnung, dass der Präsenzunterricht weiterlaufen kann. Ott verzeichnete Anfang der Woche an seiner Schule vier positive Fälle und 13 Verdachtsfälle. Keine Klasse sei „ausgedünnt“ und alles noch überschaubar.

Impfbus fährt Schule an

„Aber im Kollegium ist die Verunsicherung trotzdem sehr spürbar“, sagt Ott, der aus arbeitsrechtlichen Gründen keine Zahlen erheben darf, wer aus der Belegschaft sich hat impfen lassen. Gefühlt schätzt er 90 Prozent, muss sogleich über seine selbst genannte Schätzung schmunzeln. Denn der Schulleiter erhält über den Impfstatus des Kollegiums ja nur Auskunft, wenn Kollegen darüber von sich aus erzählen. Beide Standorte der Schule wurden je einmal vom Impfbus angefahren. Das Angebot sollte vor allem jungen Erwachsenen der BBS die Impfung nahebringen. „Allerdings standen in der 40 Meter langen Warteschlange vorm Bus dann hauptsächlich Senioren, die sich wohl ihre Drittimpfung abholten“, berichtet Ott enttäuscht. Vielen Schülern der BBS sei die Warterei dann zu viel gewesen. Ott lässt schon jetzt vorsichtshalber zwei Mal pro Woche testen. Während in vielen Geschäften und Apotheken aktuell die Nachfrage nach Tests das Angebot übersteigt, scheinen sie in den Schulen gesichert. Tests seien an der BBS ausreichend vorhanden, wie auch an der IGS. Die Vorräte reichen dort bis Weihnachten, auch wenn in Klassen, in denen Fälle auftreten, fünf Mal in Folge täglich getestet werden muss.

Zwei von Hundert in Quarantäne

Am Europa-Gymnasium Wörth mit etwa 1500 Schülern waren zu Wochenbeginn 15 corona-positiv und weitere 15 in Quarantäne zuhause, weil sie Kontakt mit einer infizierten Person hatten. „Teilschließungen von Klassen gibt es aber auch bei uns nicht“, sagt Schulleiter Holger Hauptmann, der vor allem beobachtet, dass sich die älteren Schüler in den letzten Wochen haben impfen lassen.

An der Richard-von-Weizsäcker-Realschule plus in Germersheim fehlen aktuell aufgrund von Corona, aber auch aufgrund saisonaler Erkrankungen, verhältnismäßig mehr Schüler im Unterricht als vor den Herbstferien. „Die Zahlen schwanken, so dass ich keine genaue Anzahl nennen kann“, sagt Schulleiter Johannes Müller. Das Lehrpersonal erhält unter anderem medizinische Masken und für besondere pädagogische Situationen FFP2-Masken. Noch diese Woche sollten in den Unterrichtsräumen CO2-Ampeln installiert werden, damit ausreichend gelüftet wird.

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