Kreis Germersheim Langsam fließt das Wasser durch die Au

Für Jürgen Decker, Leiter der Regionalstelle Wasserwirtschaft bei der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD) ist die Revitalisierung der Rheinauen zwischen Wörth und Leimersheim ein wichtiges Pilotprojekt des Landes. „Solch eine Chance erhält man nur einmal in seiner Berufslaufbahn“, sagt er. Weil das Projekt so wichtig sei, übernehme das Land 95 Prozent der Kosten. Die werden vom planenden Büro Queißer und Gschwandtl auf 2,8 bis 3,4 Millionen Euro geschätzt. Ursprünglich lagen diese bei zwei Millionen Euro. Geplant war zuerst von Wörth bis Leimersheim die Rheinauen mit einem durchströmten Schlutensystem auf ganzer Länge zu revitalisieren. Das Konzept hat sich nun dahingehend geändert, dass in Wörth und in Leimersheim ein durchströmtes Schlutensystem entstehen wird. Dazwischen, auf der Gemarkung der Verbandsgemeinde Jockgrim, wird der Ist-Zustand mit stehenden Gewässern erhalten. So wird nach Auskunft der Fachleute die bestehende Fauna und Flora erhalten und an anderer Stelle eine neue geschaffen. Laut Dr.-Ing. Jan Queißer werden nach Absprache mit dem Wasserwirtschaftsamt Mannheim bei Wörth rund 10 Kubikmeter Rheinwasser pro Sekunde in das Schlutensystem einfließen. Bei Leimersheim, an der Grenze zur Gemarkung Neupotz, dürfen nur fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnommen werden. Bei einer Begehung des Gebietes am Samstag für Ausschussmitglieder der Orts- und der Verbandsgemeinde zeigten Queißer und Decker mögliche Auswirkungen auf die Auenlandschaft auf. Unter anderem müsse mit schwerem Gerät teilweise sehr enge Schluten auf bis zu zehn Metern aufgeweitet werden, damit das Wasser auch fließen kann. „Da werden schon Spuren in der Natur zu sehen sein“, sagte Queißer. Schon in der ersten Vegetationsperiode danach werde es wieder grünen. Decker zufolge können bis Herbst dieses Jahres die Pläne genehmigt werden und im Herbst 2016 mit den Bauarbeiten begonnen werden: „Wenn alles gut läuft.“ Verlängert wurde laut Bürgermeister Matthias Schardt auf Drängen der Ortsgemeinde Leimersheim das Projektgebiet bis zum Sportboothafen, so dass der sogenannte Schlauch mit angebunden wird. Dies sei mit ein Grund für die Kostensteigerung, weil eine neue Brücke an der L 549 in Richtung Rheinfähre und eine bei der Zufahrt der alten Natorampe (Jetski) erforderlich wird. Geplant ist auch, dass im Bereich der Rheinfähre der Auwald erlebbar gemacht werden soll und dass Bänke am Rhein aufgestellt werden. „Einen Kiosk wird es nicht geben“, sagte Schardt. Der Verbandsgemeinderat hat vergangenen Dienstag dem Projekt zugestimmt. (wim)