Kreis Germersheim Kurze Wege für Lastwagenteile

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Vor ziemlich genau 15 Jahren hat sich der Landkreis Germersheim entschlossen, öffentliches Geld in einen Industriepark auf dem Gelände des Mercedes-Benz Lkw-Werkes in Wörth zu investieren. Das sollte helfen, Gedanken im Daimler-Management zu vertreiben, die sich mit Umsiedlung ins billigere Tschechien befassten und den Standort Wörth mit seinen Arbeitsplätze stabilisieren. Die Rechnung ist bis heute aufgegangen und der Industriepark wirft mittlerweile sogar einen kleinen Gewinn für den Kreis ab. Rund 350.000 Euro hat der IPW gerade für eine neue Lagerhalle und eine neue Trafostation ausgegeben, berichtet Geschäftsführerin Andrea Jung. Sie managt den Industriepark von der ersten Stunde an und ist stolz darauf, in all den Jahren noch keinen Tag Mietausfall verzeichnen zu müssen. Miete ist das Geschäftsprinzip. Der Landkreis baut Hallen, die von Zulieferfirmen gemietet werden. Die produzieren dort Lkw-Teile wie Spoiler oder Türablagen und bringen sie auf kurzem Weg „just in time“ ans Montageband. 100 Prozent Vermietung und einen stabilen Jahresumsatz von 1,1 Millionen Euro weist der Jahresabschluss für die Industriepark Wörth GmbH aus. Jung macht auf den kontinuierlichen Abbau der Schulden aufmerksam. Von ursprünglich 12,4 Millionen Euro Höchststand an Verbindlichkeiten stehen noch 5,3 Millionen Euro. Für 2014 weist der IPW einen Jahresüberschuss nach Steuern und gewinnabhängigen Vergütungen von 67.900 Euro aus. Davon gehen 28.000 Euro als Gewinnanteil an den Landkreis, der Rest in die Rücklage. „Das hört sich wenig an“, sagt Jung. „Wichtig ist aber, dass alles läuft und der Kreis nichts drauflegen muss.“ Danach sieht es auch 2015 nicht aus. Im Gegenteil. Der IPW könnte wachsen, stößt aber flächenmäßig auf dem Werksgelände an seine Grenzen. Zuletzt wurden deshalb ursprüngliche Freiflächen überdacht, um Hallenkapazität zu gewinnen. Die neue Lagerhalle verschlingt die letzten bebaubaren Quadratmeter. Wenn, wie zurzeit, Mercedes Sonderschichten einlegt, um die Nachfrage zu befriedigen, macht sich das natürlich auch im Industriepark bemerkbar. Deswegen wurde vor wenigen Wochen eine neue Trafostation mit 1600 KVA in Betrieb genommen. Damit sollen die Maschinen der Produzenten im IPW sicher mit Strom versorgt werden. Neu ist dabei die Rolle des IPW: Erstmals ist er nicht nur Vermieter, sondern auch Betreiber. Die Trafostation ist an Produzenten vermietet, wird aber in deren Auftrag vom IPW selbst betrieben. (tom)

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