Kreis Germersheim Kurz notiert: Stadtbahn wird Standbahn

Die Albtalverkehrsgesellschaft (AVG) als Betreiberin der Stadtbahn sucht händeringend nach Triebwagenfahrern. Eine Krankheitswelle hat den ohnehin dünnen Personalstand an Stadtbahnfahrern weiter ausgedünnt, so dass seit Tagen vermehrt ganze Züge ausfallen. Betroffen sind nahezu alle Linien der Stadtbahn. Allein gestern Nachmittag kam es im Einzugsgebiet der Stadtbahn zu 17 Zugausfällen. Betroffen war auch die S5 zwischen Karlsruhe und Wörth. Bei der AVG wie auch in den RHEINPFALZ-Redaktion in Germersheim und Wörth häufen sich die Beschwerden über nicht angekündigte Zugausfälle. Arbeitnehmer und Schüler, die zu spät kommen, sind die Hauptbetroffenen. Ob kurzfristige Abhilfe möglich ist, hängt von der Genesung der Stadtbahnfahrer ab. „Wir entschuldigen uns bei unseren Fahrgästen und hoffen, dass wir so schnell wie möglich zum Normalzustand zurückkehren können“, sagte gestern der AVG-Geschäftsführer Technik, Ascan Egerer. Das Problem der fehlenden Zugfahrer ist nicht neu. Es trat bereits in den Weihnachtsferien auf, als Urlaub und Krankheit die Personalsituation verschärften. Die AVG wisse, dass sie mehr Personal brauche, sagte dazu Pressesprecherin Sarah Breuer. Deshalb werde auch Fahrpersonal eingestellt und selbst ausgebildet. Seit Ende 2014 seien 42 neue Triebfahrzeugführer eingestellt worden. Weitere seien in der siebenmonatigen Ausbildungsphase. „Mit einer Kampagne wirbt das Unternehmen um neue Mitarbeiter für den Fahrdienst“, so Breuer. Dieses Unterfangen könnte einige Pfälzer beruhigen, die sauer auf die AVG und die Stadtbahn sind. Wie zum Beispiel Christian Besau aus Bellheim. Er wirft der AVG vor, mit den Zugausfällen großen volkswirtschaftlichen Schaden anzurichten. Andererseits prophezeit er der AVG, sie werde die Pfälzer Kunden der lokalen Mentalität entsprechend als konstruktiv und nicht nachtragend erleben, wenn sie ernsthafte Lösungen für das Problem suche. Und in der Tat: Die AVG sucht – Stadtbahnfahrer. (tom)