Kreis Germersheim Kritik im Kreis Germersheim am Schulbus-Test des ADAC

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Wörth: In Sachen „Schulbus“ landet der Kreis Germersheim auf dem letzten Platz. Das war ein Ergebnis eines Schulbus-Tests des ADAC. Bei genauerem Hinsehen stellt sich aber heraus: Die Aussagekraft des Tests geht gegen Null. Das Vorgehen der Tester scheint unfair.

Alles war nicht in Ordnung mit der Fahrt der Schulbus-Linie 549 am 19. Februar vom Rathaus Scheibenhardt zum Wörther Schulzentrum, Abfahrt 7.18 Uhr. Das gibt Michael Gauly unumwunden zu. Alles ist also nicht falsch am Schulbus-Test, den der ADAC Monate später, im Oktober veröffentlicht. Der Bus hatte in der Tat 5 Minuten Verspätung, so Gauly: „Wegen dem Verkehr.“ Und vom Busunternehmen wurde ersatzweise ein Reisebus eingesetzt. Deshalb muss das Unternehmen eine Vertragsstrafe zahlen. Aber von etlichen Mängeln bleibt bei genauer Betrachtung wenig, ist Gauly sich sicher. Sein Vorwurf: Der ADAC wusste das. Denn mit Datum vom 20. Juli forderte der ADAC das Busunternehmen ultimativ auf, bis zum 29. Juli zu den monierten Punkten Stellung zu nehmen. Und zwar mit einer schlüssigen Beweisführung in Form von Fotos oder schriftlichen Nachweisen. Sonst würden die monierten Fehler im Oktober veröffentlicht. Aufgeführt wurden: •Verspätung etwas über 5 Minuten; •kein Spiegel/Kamera zur Überwachung des hinteren Türbereichs; •Sichtfeld von 180 Grad für Fahrer nicht gewährleistet; •keine Trennscheibe am Fahrerplatz; •Fahrer unfreundlich; •kein eigener Bereich für Rollstuhlfahrer; •keine Anzeige der Endhaltestelle an der Frontseite. Das Busunternehmen antwortete am 28. Juli: Die Verspätung sei verkehrsbedingt, der Spiegel sei ab Werk eingebaut, das Sichtfeld gewährleistet und die Zielschildanlage ab Werk verbaut. Ob der Fahrer unfreundlich war, sei „Auslegungssache und nicht mehr nachvollziehbar“. Genutzt hat dieses Schreiben wenig: Auf der „Schwächen“-Liste im Oktoberheft war dann nur das angeblich fehlende 180-Grad-Sichtfeld gestrichen. Der ab Werk eingebaute Spiegel wurde weiter als fehlend moniert. Außerdem kamen Mängel hinzu, von denen vorher keine Rede war, unter anderem: Haltegriffe nicht in kindgerechter Höhe, keine Stopp-Tasten. Das peinliche für den ADAC: Beides ist da, der Kontrolleur muss es übersehen haben, so Gauly. Was stimmt, ist, dass der Platz des Fahrers nicht abgetrennt war. Die als fehlend monierte Videoüberwachung sei dagegen nicht vorgeschrieben, barrierefrei sollen die Busse ab 2022 sein. Gaulys Fazit: „Der ADAC hat aus unserer Sicht sehr unsauber gearbeitet.“ Die für den Schulbustest zuständige Referentin beim ADAC war am Freitag nicht zu erreichen. |lap

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