Kandel Kritik an Kita-Planern: Kinder schwitzen ohne Klimaanlage

Die Gruppenräume der Kita befinden sich von morgens bis abends in direkter Sonneneinstrahlung.
Die Gruppenräume der Kita befinden sich von morgens bis abends in direkter Sonneneinstrahlung.

Kita-Kinder leidet unter der Hitze. Die Kita-Planer geraten unter Beschuss, während die Stadt nach Lösungen sucht.

Die Hitze der vergangenen Woche war schier unerträglich. Vor allem für Menschen, die sich in schlecht isolierten Gebäuden aufhalten mussten. Heiß wird es unter anderem auch in den Gruppenräumen der Kindertagesstätte „Die Entdecker“ an der Kandeler Hubhofstraße. Alle Gruppenräume befinden sich von morgens bis abends in direkter Sonneneinstrahlung, heißt es in einer Vorlage der Verwaltung für die jüngste Stadtratssitzung. Außerdem gebe es hier keinen alten Baumbestand.

Wie dringlich das Problem ist, wurde beim Blick auf die Zuhörerreihen deutlich. Hier saßen auch mehrere Kita-Erzieherinnen. Die Kita wurde vor rund zehn Jahren gebaut, damals waren mehrere Fachingenieure in die Planung einbezogen. Sie vor allem bekamen in der Sitzung nun ihr Fett ab. Bürgermeister Michael Gaudier und Beigeordneter Jürgen Bauer (beide CDU) kritisierten deren Arbeit bei der Planung der Kita und äußerten Zweifel an deren Sachverstand. Eine Klimaanlage hat das „Entdeckerland“ nicht, ebenso wenig wie die jüngere Kita „Am Wasserturm“. Man hätte früher auf die Klimaveränderungen reagieren müssen, meinten Gaudier und Bauer. In der erst im vergangenen Jahr eingeweihten neuen Kita in der Pestalozzistraße gibt es hingegen eine Klimaanlage – die allerdings Probleme macht. Man frage sich, wozu viele Fachleute gebraucht werden, wenn dann doch immer wieder dieselben Fehler gemacht werden.

Jalousien und Markisen reichen nicht

Im „Entdeckerland“ hat man sich mittlerweile mit Außenjalousien und Markisen beholfen. Doch das reiche einfach nicht aus, war mehrfach zu hören. Jürgen Dreisinger von der Bauabteilung der Verwaltung hat sich nach einer Klimaanlage umgesehen und erste Kosten hierfür ermittelt. Die schätzt man auf rund 120.000 Euro, doch wird man erst das Ergebnis der Ausschreibung abwarten müssen.

Das etwas getan werden muss, war unstrittig. Um vor allem die Kinder vor der Hitze zu schützen, empfahl der Erste Beigeordnete Volker Merkel (CDU) die Anschaffung von Sonnensegeln für zwei Kinderspielplätze.

Anette Knauth (SPD) erinnerte außerdem an einen Antrag zur Aufstellung von Wasserspendern an öffentlichen Plätzen der Stadt, die von allen Bürgern genutzt werden können. Die müssen allerdings stets gewartet und untersucht werden, hieß es, so dass man vor allem die örtlichen Geschäftsleute bitten möchte, Wasserspender bereitzustellen, die Kunden kostenlos nutzen könnten.

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