Kreis Germersheim „Kommt auf die persönliche Sympathie an“

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Gleich zwei Stimmzettel galt es für die Wörther am Wahlsonntag auszufüllen: Neben der Landtagswahl stand noch die des neuen Bürgermeisters an. Die meisten Wähler erwarteten in Gesprächen mit der RHEINPFALZ vor einigen Wahllokalen ein Kopf-an-Kopf-Rennen von Dennis Nitsche (SPD) und Christoph Gröger (CDU). Die Kandidatur von Bernhard Schweickert (parteifrei) fand wenig Resonanz.

Eine zweite Rheinbrücke, die Aufwertung der Ortsteile und die Finanzen der Stadt - viele Themen, mit denen die Bürgermeisterkandidaten im Vorfeld der Wahl aufwarteten und die die Wähler beim Gang an die Urne beschäftigen. Dass die Flüchtlingskrise jedoch die regionalen Themen mehr oder weniger stark überlagert habe, meinen viele Wähler im Gespräch mit der RHEINPFALZ. „Dabei kommt es bei der Bürgermeisterwahl doch sehr auf die persönliche Sympathie an. Die Partei ist eher nebensächlich“, bemerkt ein Mann in Büchelberg, das „traditionell eher schwarz“ wähle. Besonders der Radweg zwischen Kandel und Büchelberg beschäftigt zwei Frauen nach der Stimmabgabe. „Der wurde uns schon so oft versprochen und nie wird das was“. Auch die Missstände im Bereich der Alten- und Krankenpflege und die Geschehnisse um die Landtagswahl erhitzen die Gemüter der beiden Wählerinnen, die erzählen, dass zuletzt sogar die NPD durch die Straßen gefahren sei. Eine klare Tendenz bei der Bürgermeisterwahl lässt sich nicht ausmachen, so auch bei Robin und Marvin, beide 19 und Erstwähler. „Wir haben eigentlich nur wenig vom Wahlkampf mitbekommen“, sagt Robin. Das sagt auch die 18-jährige Alyssa in Wörth, die mit ihrer Mutter zum Wahllokal in der Bienwaldschule gekommen ist. Sie sei stärker auf den Ausgang der Landtagswahl gespannt, über die sie sich im Vorfeld mit ihren Freunden unterhalten und diskutiert habe. Bis zuletzt seien sie zwischen Gröger und Nitsche hin und her geschwankt, sagt ein Ehepaar kurz vor dem Wahlgang. Beide hätten einen guten und fairen Wahlkampf geführt, was viele so empfunden haben. Die SPD in Wörth hat zuletzt sogar noch Ballons aufgehängt, um „das letzte Quäntchen Aufmerksamkeit zu erhaschen“, wie ein älterer Herr mutmaßt. Der dritte Kandidat spielt kaum eine Rolle bei den befragten Wählern in der Stadt. Auf den Wahlkampf von Schweickert angesprochen, müssen einige lächeln und berichten von selbst gebastelten Plakaten und der Werbefahrt mit einem Traktor. Für was der Kandidat stehe, weiß niemand so richtig und von „Protestwählern“ im Bekannten- oder Freundeskreis auch nicht. So auch nicht in Maximiliansau, wo die Menschen zur Stimmabgabe in die Kindertagesstätte Hermann-Quack gekommen sind. Vor allem die zweite Rheinbrücke wünschen sich viele. Das Rennen zwischen Nitsche und Gröger scheint zu dieser Zeit ausgeglichen, ein Favorit lässt sich nicht ausmachen. In Schaidt reagieren die Wähler auf den Bürgermeisterwahlkampf angesprochen eher wortkarg. „Der Herr Nitsche war präsenter“, sagt eine Frau und ihr Ehemann ergänzt: „Der Herr Gröger hat mir besser gefallen.“ (bja)

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